Psychologie

«Zum Thema Familie gibt es
118 Selbsthilfegruppen»

Pubertät, Adoption, allein erziehen, Trennung, Verlust, Erziehungsfragen –
in der Familie gibt es viele Themen, bei denen der Austausch mit Leidensgenossen Gold wert sein kann. Drei Fragen an Pascal Pfister, Mitarbeiter Kommunikation über die Bustour von Selbsthilfe Schweiz (2. bis 25. Mai).
Interview: Florian Blumer

Herr Pfister, Selbsthilfegruppen finden in einem intimen Rahmen statt – warum gehen Sie auf Bustour?

Noch immer ist das Angebot an Selbsthilfegruppen zu wenig bekannt und der Begriff schreckt
viele Leute ab. Im Bus kann man sich über Angebote in der Region informieren, an den
verschiedenen Standorten zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen: in Aarau zum Beispiel zu Krebs, in St. Gallen zu Arbeitslosigkeit und im Tessin zum Thema Familie.
Pascal Pfister, Selbsthilfe Schweiz. Bild: zVg
Pascal Pfister, Selbsthilfe Schweiz. Bild: zVg

Zu welchen Familienthemen gibt es Selbsthilfegruppen?

Wenn Angehörige krank sind oder jemand stirbt, können Selbsthilfegruppen konkrete Unterstützung bieten. Es gibt Gruppen für Eltern von Jugendlichen, die psychische oder andere Erkrankungen haben. Und es gibt Gruppen zu Themen wie Pubertät, Adoption, Alleinerziehende, getrennt lebende Eltern, Erziehung. In der Schweiz gibt es 118 Gruppen zu allen grossen Familienthemen.

Über Selbsthilfegruppen gibt es viele Klischeebilder. Wie sieht die Wirklichkeit aus?

Die Form ist unterschiedlich, in allen Gruppen trifft man sich aber regelmässig. Gewisse
Gruppen sind temporär, andere, zu chronischen Erkrankungen etwa, begleiten einen ein Leben lang. Oft ist auch fachliche Unterstützung notwendig. Der grosse Vorteil von Selbsthilfegruppen ist aber, dass man sich mit Menschen austauscht, die etwas Ähnliches erlebt haben oder in der gleichen Situation stecken. Es kann um konkrete Alltagstipps gehen, aber auch um ein Gefühl des Getragenseins und Verstandenwerdens. Gerade wenn es um schwere Themen geht wie den Verlust eines Kindes, findet man ein tiefes Verständnis oft nur bei Menschen, die dies selbst erlebt haben.

www.selbsthilfeschweiz.ch

Bild: iStock

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