Kindergarteneintritt: Das sind die Elternpflichten
Kindergarten

Und wer betreut jetzt 
eigentlich mein Kind?

Auch für Sie als Eltern beginnt mit dem Kindergarteneintritt ein neuer Lebensabschnitt. Denn ab sofort heisst es: Organisation ist das halbe Leben.
Text: Claudia Landolt
Bild: Carla Kogelman

Dieser Artikel wurde am 25. August 2021 überarbeitet.
Stundenplan, Quartalsplan, Quartalsziel, Jahresplan und Znüniblatt. Dazu Elterntermine: Besuchsmorgen oder -nachmit­tage, Elternabende, Elterngespräch, Kindergartenkaffee und Räbeliecht­li­schnitzen, der dazugehörige Umzug mit der ganzen Familie sowie das Jahresabschlussfest. Möglicherweise kommt noch ein Theater oder das Weihnachtssingen dazu. Uff! Eltern von Kindergartenkindern haben Dichtestress, genauer: Termindichte­stress. Zumindest in pandemiefreien Zeiten.
Pro Kind kommen so gut und gerne zehn Termine zusammen, die es übers ganze Jahr hinweg wahrzunehmen gilt. Kein Problem, wenn Eltern nicht jedes Mal selber hingehen können – auch Gotti, Götti, Grosseltern oder Freunde sind im Kindergarten herzlich willkommen.
 
Die zahlreichen Termine sind aber auch ein Qualitätsmerkmal – dafür, dass sich die Lehrpersonen Ihres Kindes viel Zeit nehmen dafür, das Kindergartenjahr abwechslungsreich zu gestalten. Denn viele Kinder sind wahnsinnig stolz und freuen sich, wenn ihre Familie sie im Kindergarten besucht und sie ihre Sachen zeigen dürfen. Für die meisten Eltern ist der Kindergarten aber eine grosse Umstellung hinsichtlich Betreuung und Organisation.

Betreuung

Der Kindergarten gehört zur Volksschule und ist deshalb in den meisten politischen Gemeinden den Blockzeiten unterworfen. Meistens hat das Kind an einem Nachmittag zusätzlich Unterricht. Im ersten Kindergartenjahr ist es oft möglich, dass das Kind einen Morgen zu Hause bleibt, um sich zu regenerieren. Das heisst: Wer sein Kind bis anhin ganztags von einer Tagesmutter oder einer Kita betreuen liess, muss sich jetzt komplett neu organisieren.
Die Terminflut zeigt auch, dass sich die ­Lehrpersonen viel Zeit nehmen, das Kindergartenjahr abwechslungsreich zu gestalten.
Das Betreuungsangebot für Kinder im Vorschul- und Schulalter ist sehr heterogen. Es gibt grosse Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Welche Betreuungsform gibt es, und welche passt auf Ihre Familiensituation? Die folgenden Modelle stehen zur Auswahl: 
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Tagesschulen

Die Städte Zürich, Basel und Bern haben in den letzten Jahren ihr Angebot an Tagesschulen – manchmal auch Tagesstrukturen, Tageskindergarten oder Ganztagesschulen genannt – kontinuierlich ausgebaut. Im Unterschied zu Regelschulen, in denen das Kind nur zum Unterricht an der Schule ist und davor oder danach individuell betreut und diese Betreuung von den Eltern organisiert und bezahlt werden muss, gibt es in den Tagesschulen im Allgemeinen bereits vor dem Unterricht eine Betreuungsmöglichkeit. Auch das Mittagessen ist gewährleistet sowie die Möglichkeit, danach zu spielen oder auch Kurse zu belegen. Nach dem Unterricht können Kinder ­wiederum spielen, sich erholen oder, falls sie schon grösser sind, Hausaufgaben erledigen. Die Betreuung ist von 7 bis 18 Uhr gewährleistet. 

Vorteil: Das Kind ist im schulischen Umfeld, altersgruppengerecht ganztags betreut und der Weg zum Hort und zurück entfällt.
Nachteil: Es ist gerade für jüngere Kinder anstrengend, da die Pause zwischen Mittagessen und Nachmittagsunterricht recht kurz ist.
Kosten: Die Höhe des Anteils, den Eltern übernehmen müssen, ist kantonal festgelegt und einkommensabhängig.

1 Kommentar

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Von Brigitte am 09.08.2018 23:40

Vielen Dank für diese gelungene Broschüre für die Eltern der Schülerinnen und Schüler der Kindergartenstufe. Als interessierte Leserin und Lehrerin der Kindergartenstufe stolpere ich aber immer wieder über die schon seit längerer Zeit nicht mehr zeitgemässen Berufsbezeichnung „Kindergärtnerin“. Ich freue mich, wenn auch das Magazin zukünftig von den LehreriInnen oder Lehrpersonen der Kindergartenstufe sprechen könnte. Vielen Dank!

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