Das rechnet sich (nicht)!

Unser Kolumnist über die Tatsache, dass manchmal miese Tricks und üble Finten helfen – zumindest, wenn es um Mathematik geht. 
Letzte Nacht hatte ich einen Albtraum. Es ist ein wiederkehrendes Thema, seit 20 Jahren schon: Ich sitze in einem Klassenzimmer, die Aufgaben im Fach Mathematik werden verteilt – und ich kann keine einzige lösen. Träume, so heisst es, sind Botschaften aus dem Unter-bewusstsein. Aber was bedeuten sie? Es gibt verschiedene Theorien, zwei der populärsten gehen so:

a) In Träumen verarbeiten wir unsere Erlebnisse. 
b) In Träumen verarbeiten wir unsere unbewussten Ängste.
 
In meinem Fall haben wir a + b. Wenn mein Kopf schläft, formieren sich in den Untiefen meines Unterbewusstseins meine grössten Ängste mit meinen schlimmsten Erlebnissen zu einem Drama. Denn mein Standardtraum beruht auf wahren Begebenheiten. An kaum etwas in meinem Leben erinnere ich mich besser als an meine Maturprüfung in Mathematik – eine fünfstündige Klausur irgendwann im Frühjahr 1995. Unser Lehrer war ein kaltherziger Mann mit der Ausstrahlung eines Lageraufsehers. Der Prüfungsbogen wurde verteilt, fünf Aufgaben standen drauf. Einmal Kurvenberechnungen, etwas, das ich eigentlich konnte, bloss diesmal nicht; dann Vektor – das war eh hoffnungslos; ferner irgendwas mit Integralrechnungen und Gleichungen, die harmlos wirkten, ich aber selbst mit der vollständigen Lösung vor Augen nicht verstanden hätte; und dann die Sternchenaufgabe, eine Zusatzsache für Hochbegabte aus dem Themenkreis imaginäre Zahlen. 

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