Tüfteln wie ein Computer - Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi

Tüfteln wie ein Computer

Lesedauer: 1 Minuten

Programmieren ist in vielen Schweizer Kantonen ein Schulfach. Das ist sinnvoll und fördert wichtige ­Kompetenzen der Kinder.

Text: Michael In Albon
Bild: iStockphoto

In Zusammenarbeit mit Swisscom

In einigen Kantonen lernen Kinder bereits in der Primarschule die Grundzüge des Programmierens. Oft reagieren Eltern darauf mit Ablehnung: Der Nachwuchs hockt doch sowieso schon die ganze Zeit am Handy – jetzt soll er auch noch Programmieren lernen?

Ich meine: Ja klar, jetzt erst recht! Denn wer mit seinem Finger auf einem Bildschirm herumwischt, hat noch lange keine Ahnung davon, wie das Gerät eigentlich funktioniert. Dass Kinder sich mit den Prinzipien befassen, die hinter einem Betriebssystem, einem Programm oder einer App stecken, hat gleich mehrere Vorteile. Sie lernen dabei nämlich:

  • Medienkompetenz: Wer versteht, wie eine Software funktioniert, bedient ein digitales Gerät oder eine App kompetenter. So können Kinder Probleme strategisch angehen, statt durch Ausprobieren auf einen glücklichen Zufall zu hoffen.
  • Logisches Denken: Programmieren lehrt Kinder, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und sich bereits zu Beginn einer Aufgabe über das angestrebte Resultat klar zu werden. Ein wichtiges Schlüsselwort lautet in diesem Zusammenhang «Computational Thinking». Es bedeutet, ein Problem so zu lösen, wie es ein Computer tun würde: Man unterteilt es in mehrere kleine Teilprobleme, die man nacheinander bearbeitet. Diese Unterteilung nimmt dem Problem seine Komplexität.
  • Kreativität: Kinder lernen, dass es verschiedene Lösungswege für dieselbe Aufgabe gibt. Beim Programmieren einer einfachen App etwa merken sie zudem, dass auch die grafische Gestaltung einer Bedienungsoberfläche zentral ist. Dann ist ihr Vorstellungsvermögen gefordert, wenn es darum geht, bei der abstrakten Programmierung stets auch das bildliche Resultat vor dem inneren Auge zu behalten.
  • Teamwork: Software wird sehr oft in Teams entwickelt. Die Mitglieder des Teams müssen unterschiedlichste Ansprüche im Hinblick auf Nutzerfreundlichkeit, Technik oder die gewünschte Funktion unter einen Hut bringen, bevor es ans eigentliche Programmieren geht. In den Schulen wird auch diesem – überaus wichtigen – sozialen Aspekt Raum gegeben.

Ich bin also in jeder Hinsicht dafür, dass Kinder Programmieren lernen, sei es in der Schule, in Camps oder auch zu Hause, mit eigens für Kinder konzipierter Software. Sie lernen dabei Fähigkeiten, die weit über das eigentliche Programmieren hinausgehen.

Michael In Albon
ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

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