«Die Trauer um Daddy verändert sich. Sie ist jetzt weniger gross» 

Christian König starb vor einem Jahr an Schleimhautkrebs. Seine Kinder Rafael und Aline gaben ihrem Papi einen Auftrag mit für die Zeit nach seinem Tod – er hat ihn inzwischen erfüllt.  
«Die Kinder beschützen und dabei gleichzeitig ehrlich sein – das war immer ein riesengrosser Spagat für mich», sagt Annyett König. Die Bernerin arbeitet seit 18 Jahren auf einer Kinderintensivstation. Dort hat sie gesehen, wie viele Angebote es für Erwachsene gibt, die einen kranken und sterbenden Angehörigen begleiten und wie wenige für Kinder. Annyett König hat sich 2015 zur Familientrauerbegleiterin ausbilden lassen und mit vier anderen Frauen zusammen den Verein «familientrauerbegleitung.ch» gegründet.

Ziel des Vereins ist es, jedem betroffenen Kind und Jugendlichen und seinen Eltern schweizweit eine individuelle professionelle Begleitung in der Trauerzeit zu ermöglichen. «Damals wusste ich noch nicht, wie wichtig das für mich einmal werden würde.» Ihr Mann Christian erkrankte an Schleimhautkrebs und starb im August 2017. «Papi hat gesagt, der Krebs sitzt im Hals. Ich fand das immer komisch und hab mich gefragt, warum der da nicht einfach rauskrabbelt oder wieso wir ihn da nicht rausholen», erzählt Aline. Die Achtjährige und ihr zwölfjähriger Bruder Rafael haben das Sterben ihres Vaters sehr bewusst erlebt.


Es seien lange Diskussionen gewesen, erinnert sich Annyett  König, die sie mit Freunden, Bekannten und auch ihrer Familie geführt habe zur Frage: Wann sagen wir es den Kindern? Wann erklärt man ihnen, dass der Papi nicht wieder gesund wird? 

Artikel kostenlos weiterlesen

Registrieren Sie sich gratis und profitieren Sie:

  • Begrüssungsgeschenk: Wahl aus 150 Angeboten
  • Unbegrenzter Zugriff auf über 2’000 Artikel
  • Artikel merken und Lesezeichen speichern
  • Elterntipps und wertvolle Unterstützung
  • 100% kostenlos für Sie
Jetzt Registrieren