Elternblog

Wenn die Tochter in den Ausgang will

Steffi Hidber und ihre Tochter Mia erzählen in unserer neuen Blogreihe «Mamma und Mia» aus ihrem Alltag. Den Auftakt macht das Thema Ausgang. 
Text und Bilder: Mia und Steffi Hidber
Steffi: Ich weiss im Fall, was man «im Uusgang» macht. Herumstehen, diskutieren, wo man als Nächstes hin soll, sich von fremden Jungs anquatschen lassen, ein bisschen tanzen, ein bisschen trinken und sich darüber aufregen, dass der Bügel-BH so verdammt unbequem ist.

Trotzdem frage ich mich, warum es mir so schwer fällt, die «cool Mom» zu sein, wenn Mia ausgehen möchte. Auch wenn Vergleiche doof sind:  Ich bin damals mit 16 ja auch auf Parties, aber ... auf Parties bei meinen Freunden zu Hause, wo es lauwarmes Bier und ein paar Scherztelefone gab. Bis jemand mit der oder dem Falschen herumknutschte und dann mussten plötzlich alle nach Hause. 
Ich habe das Gefühl, dass Mia dieses «Usgangs-Warm-up» übersprungen hat: Von gar nicht weggehen direkt zu «Wir teilen uns nach dem Club einen Uber nach Hause». Und nein, ich finde es nicht wirklich cool. Aber wir erlauben es ihr, weil sie uns noch nie einen Grund gegeben hat, ihr nicht zu vertrauen.
Steffi Hidber ist 45 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und den beiden Töchtern mitten Zürich. Die Journalistin schreibt leidenschaftlich über Schönes auf ihrem Blog www.heypretty.ch.   Mia und Steffi Hidber schreiben hier in regelmässigen Abständen über Themen, die sie in ihrem Mutter-Tochter-Alltag beschäftigen. 
Steffi Hidber ist 45 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und den beiden Töchtern mitten Zürich. Die Journalistin schreibt leidenschaftlich über Schönes auf ihrem Blog www.heypretty.ch.

Mia und Steffi Hidber schreiben hier in regelmässigen Abständen über Themen, die sie in ihrem Mutter-Tochter-Alltag beschäftigen. 
Mia: Ich habe mir fest vorgenommen, meine Freundinnen aus der Schule trotz meiner Ausbildung oft zu sehen. Und da wir schon 16 sind, treffen wir uns eben am Wochenende an grösseren Parties in der Stadt.

Ausgang bedeutet für mich viel zu tanzen, es lustig zu haben, sich etwas anflirten zu lassen und ein, zwei Gläschen zu trinken*. Über das Thema Alkohol spreche ich ungern mit Erwachsenen. Erwachsene verteufeln Teenies da total: «Ihr Teenager trinkt immer und viel zu viel» und «Kiffen? Rauchen? Machst du all das im Ausgang? Oder nimmst du etwa Drogen?».

Mal ganz ehrlich ... Ihr Erwachsenen wisst doch, was im Ausgang abgeht, oder etwa nicht? Ihr seid doch selbst jung gewesen. Ich gebe zu, es läuft selten gesittet und sauber ab. Für uns Jugendliche ist Ausgang eine Auszeit vom Alltag. Vom Arbeiten oder der Schule. Es ist eine Pause von Verpflichtungen, Vorschriften und Wertungen. Ein Abend im Club kann lustige, traurige, wütend machende, tolle und freudige Erinnerungen hinterlassen. All das ist okay. Wir lernen damit umzugehen.
Mia ist 16 Jahre alt und hat im August 2018 eine Ausbildung als Fachfrau Gesundheit begonnen.   «Ich habe schnell gemerkt, dass ich einen für mich passenden Ablauf brauche im Leben, um besser in der Arbeitswelt anzukommen. Das heisst nun also, dass morgens um 5 Uhr 45 der Wecker klingelt, damit ich um 7 Uhr pünktlich auf der Station erscheine.» 
Mia ist 16 Jahre alt und hat im August 2018 eine Ausbildung als Fachfrau Gesundheit begonnen. 

«Ich habe schnell gemerkt, dass ich einen für mich passenden Ablauf brauche im Leben, um besser in der Arbeitswelt anzukommen. Das heisst nun also, dass morgens um 5 Uhr 45 der Wecker klingelt, damit ich um 7 Uhr pünktlich auf der Station erscheine.» 
Ich bin meinen Eltern total dankbar, dass sie mir so fest vertrauen und nicht übertrieben streng sind. Mein Mami fragt immer das gleiche: «Mit wem bist du unterwegs?», «Wann bist du zu Hause?» und «Wie kommst du zurück?». Sobald das geklärt ist, lässt sie mich gehen. Ich weiss, das ist nicht selbstverständlich. Besonders nicht mit 16.

Aber ich habe mir schon von Anfang an Mühe gegeben, ihnen keinen Grund für Misstrauen zu geben. Ich weiss, wie wichtig ihnen Pünktlichkeit ist - also bin ich rechtzeitig daheim.
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2 Kommentare

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Von Rosmarie am 29.01.2019 12:30

Riesenunterschied zu meinen ersten Ausgängen, natürlich bin ich jetzt 72 - dazumal galten andere Masstäbe: Blib brav und verlür d Unschuld nid! Was die Unschuld war, wusste ich nicht so genau, irgend etwas zwischen Hals und Fussgelenken...

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Von Verena am 06.02.2019 15:11

Natürlich hat mir der Artikel gefallen, bin ich doch die Mutter und Grossmutter der beiden Kolumnistinnen.... Und auch bin meistens erst wirklich eingeschlafen, als Mamma Steffi oder ihre Schwester "heil und ganz" wieder zuhause waren.

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