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Psychologie

Was stresst unsere Kinder und wie helfen wir ihnen?

Ob sie einer Geburtstagsparty entgegenfiebern oder Angst haben, eine Prüfung nicht zu bestehen – Stress gehört zum Leben von Kindern. Doch was, wenn aus Druck Überforderung wird? 
Text: Jacqueline Esslinger
Vollgepackte Stundenpläne, Fussballtraining, Theaterprobe, Nachhilfestunden in Mathe, Französisch oder Deutsch: Ein Grossteil der Schulkinder fühlt sich heute dauerhaft oder zumindest temporär gestresst.

Im Rahmen der Juvenir-Studie befragte die Jacobs Foundation 2014 rund 1500 Schweizer Jugendliche ab 15 Jahren zu Stress und Leistungsdruck. Fast die Hälfte der Befragten berichtete, dass Stress, Leistungsdruck und Überforderung zu ihrem Alltag gehörten. Vor allem die Schule sorge für Stress. Als Ursache für den selbstauferlegten Leistungsdruck und Stress standen oft Zukunftsängste und Sorgen rund um die spätere Berufswahl.

Besonders Schülerinnen leiden. Doch auch bei den Buben senkt der empfundene Stress das Wohlbefinden und erhöht Selbstzweifel, Lustlosigkeit sowie Niedergeschlagenheit und Traurigkeit. 
Die Schule ist Stressfaktor Nummer 1.
Auch bei jüngeren Kindern hinterlässt Stress seine Spuren, wie die deutsche Universität Bielefeld 2015 herausfand: Die Untersuchung von 6- bis 16-jährigen Kindern zeigte, dass jedes sechste Kind unter deutlichem, hohem Stress leidet. Und dies mit körperlichen Symptomen wie Schlafproblemen, Kopf-und Bauchschmerzen sowie Müdigkeit.

Kinder mit viel Stress zeigten ausserdem ein hohes Aggressionspoten­zial, und reagierten öfter wütend oder zornig. Bei über 10 Prozent kommt es ausserdem zu depressiven Verstimmungen oder sozialem Rückzug. Andere Studien beobachteten zusätzlich Unruhe, Unkonzentriertheit, Erschöpfung, verminderten Appetit und Hauterkrankungen als Folgen von Stress. 

Laut Juvenir-Studie erleben fast alle Schweizer Jugendlichen ihre Freizeit als stressfrei. Bei jüngeren Kindern von sechs bis elf Jahren zeichnet die Studie der Universität Bielefeld allerdings ein anderes Bild: Über 80 Prozent der Kinder mit viel Stress wünschen sich mehr Zeit für Dinge, die ihnen Spass machen, müssen jedoch gleichzeitig Termine wahrnehmen, die ihnen keinen Spass machen.

Bild: Jim Erickson / Plainpicture

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