Arztbesuch

Warzen an Händen und Füssen – was hilft dagegen?

Jedes dritte Kind hat mindestens einmal eine Warze. Die kleinen Knötchen können ziemlich schmerzhaft sein, dazu sehen sie unschön aus. Wie sind Warzen zu erkennen? Und wie bringt man sie wieder los? 
Text: Anja Lang
Bilder: photocase und iStock
Unglücklich streckt Emma* ihrer Mutter die rechte Hand entgegen. Am Zeigefinger prangen auf der sonst makellosen Kinderhaut zwei kleine, zerklüftete Knubbel. «Die sind so hässlich», jammert die 9-Jährige, «die will ich weghaben!» Die Mutter reagiert prompt: «Da müssen wir sofort ein Warzenmittel auftragen oder sie gleich vom Arzt entfernen lassen.»

«Eine typische Reaktion vieler Eltern», sagt Thomas Steffen, Leiter der Medizinischen Dienste Basel-Stadt. «Gelassen sind beim Thema Warzen die wenigsten.» Dabei sind Warzen in der Kindheit relativ normal – und unproblematisch. «Man könnte fast schon sagen, sie gehören zur Kindheit dazu», meint Steffen. «Denn im Laufe der Schulzeit erwischt es ein Drittel bis die Hälfte aller Kinder mindestens einmal.» In der Regel verschwinden die Hautwucherungen bei Kindern nach einer Weile ganz von selbst. Im Erwachsenenalter tauchen Warzen dagegen deutlich weniger auf. Das hat mehrere Gründe.

Was verursacht Warzen?

«Fast immer sind Vertreter der humanen Papillomaviren, kurz HPV, für die Entstehung von Warzen verantwortlich», erklärt Kantonsarzt Steffen. «Es gibt davon über einhundert verschiedene Typen». Nicht jeder Kontakt mit einem Warzenvirus muss jedoch gleich zur Warzenbildung führen: «Hier spielt der Zustand der inneren Abwehr eine wichtige Rolle, die den Eindringling ausschalten kann oder auch nicht», so Steffen weiter. «Anders als Erwachsene haben Kinder ein noch nicht ausgereiftes Immunsystem, das erst lernen muss, mit dem Angreifer richtig umzugehen.»

Kinder bilden deshalb häufig Warzen aus, bis der Organismus die entsprechenden Antikörper erfolgreich entwickelt hat. «Das erklärt auch, warum Warzen in der Regel ganz von alleine wieder verschwinden», sagt Steffen.

Mitbringsel aus Schwimmbad und Turnhalle?

Darüber hinaus spielt das typische Sozialverhalten von Kindern für die starke Verbreitung von Warzen in dieser Altersklasse eine wichtige Rolle. «Kinder haben beim Spielen mit anderen Kindern meistens viel Hautkontakt», so Steffen. «Sie fassen sich an, tollen zusammen herum, planschen körperlich nah im Schwimmbad.» Das fördert die Ansteckung, denn Warzenviren verbreiten sich durch sogenannte Kontakt- oder Schmierinfektion.
«Die Ansteckung kann durch direkten Hautkontakt, Barfusslaufen oder Anfassen von Türklinken geschehen.»
Thomas Steffen, Leiter der Medizinischen Dienste Basel-Stadt.
Das heisst, dass die Erreger durch Berührung beziehungsweise eine Kette von Berührungen weitergereicht werden. «Die Ansteckung kann dabei durch direkten Hautkontakt mit der Warze erfolgen, aber auch indirekt durch Barfusslaufen auf infizierten Böden oder Anfassen von infizierten Gegenständen, Türklinken etc. zum Nächsten gelangen», erklärt Steffen.

Kleinste Verletzungen wie Schürfwunden und winzige Hautrisse, wie sie bei körperlich aktiven Kindern ebenfalls häufiger vorkommen, erleichtern dem Virus dabei das Eindringen in die oberste Hautschicht. «Vor allem Schwimmbäder sind klassische Infektionsherde», ergänzt Steffen. «Denn im feuchtwarmen Klima finden Warzenviren ideale Lebensbe­dingungen vor, die Haut ist kaum bedeckt und bietet vom Wasser auf­ gequollen weniger Schutz.» Wo das Virus eindringt, versucht es, sich lokal zu vermehren, worauf der Kör­per mit der vermehrten Bildung von Hornzellen reagiert. 
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