Kinder haben wir später
Familienleben

Kinder haben wir später

Reife Eltern sind gelassener, selbstsicherer – und zu alt, um mit ihren Kindern ­Abenteuer zu bestehen. Vorurteile wie diese über späte Eltern gibt es viele. Fakt ist: Das Elternwerden wird immer weiter ­hinausgezögert. Was bedeutet das für Erziehung und Familienleben?
Text: Yvonne Kiefer-Glomme 
Bilder: Joël Hunn
Keine Frage, späte Väter hat es immer gegeben, ebenso wie Frauen, die jenseits der 40 noch einen «Nachzügler» bekommen haben. Doch was früher in Einzelfällen vorkam, setzt sich mehr und mehr als Norm durch.
Dieser Text stammt aus dem Aprilheft 2020. Sie können das gesamte Heft hier als Einzelausgabe bestellen. 
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Immer mehr Frauen und Männer schieben das Kinderhaben aus beruflichen oder privaten Gründen lange vor sich her. So sind späte Erstgebärende über 35 in allen Wohlstandsländern mittlerweile fast die Regel. Auch die Zahl der sogenannten Last-Minute-Eltern, die erst über 40 Eltern werden, steigt jährlich. Für den Trend zum späten Erstkind gibt es institutionelle und individuelle Gründe, die hier noch zur Sprache kommen werden. Doch welche Folgen hat eine späte Elternschaft auf die Entwicklung von Kindern?
Die Statistik zeigt: Viele Frauen und Männer haben heute ­weniger Kinder, als sie sich ­ursprünglich gewünscht hatten.
Erstgebärende über 35 Jahre zählen medizinisch gesehen bereits zu den Risikoschwangerschaften. Wollen späte Eltern noch ein zweites Kind, ist dies häufig schwierig, sodass Spätgeborene vielfach als Einzelkinder aufwachsen – wie zum Beispiel der 7-jährige Rick. «Von meinem Alter her war ich gegen ein weiteres Kind», erinnert sich seine Mutter Valérie Sigrist. Sie hat sich ihren Kinderwunsch mithilfe einer künstlichen Befruchtung erfüllen müssen. «Ausserdem wollte ich mir die körperlichen Belastungen eines solchen Eingriffes kein zweites Mal antun.»
Damit steht die 47-Jährige nicht alleine. «Viele Frauen und Männer haben heute weniger Kinder als ursprünglich gewünscht», sagt Andrea Mosimann vom Bundesamt für Statistik (BFS). Dies spiegelt sich auch in den Geburtenziffern wider. Lag diese 1971 in der Schweiz noch bei 2,0 Kindern pro Frau, ist sie – laut BFS – seitdem gesunken und hat sich seit 2009 relativ stabil bei 1,5 Kindern pro Frau eingependelt.
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