Ruhe jetzt!

Ein hoher Lärmpegel stresst Lehrende wie Lernende. So kommen Kinder in der Schule und zu Hause zur Ruhe.
Ich habe für meine zwei von ADHS betroffenen Schüler einen Gehörschutz gekauft, damit sie sich bei der Still­arbeit weniger ablenken lassen», erzählte eine Lehrerin bei einer Weiterbildung. «In den darauffolgenden Wochen kamen immer mehr Kinder auf mich zu und wollten ebenfalls einen Pamir haben. Am Ende sassen alle ausser einer mit Gehörschutz im Klassenzimmer. Das hat mir zu denken gegeben.»

«Kinder sind halt laut», ent­gegnen Eltern gerne, wenn der Geräusch­pegel der Kinder zur Sprache kommt. Dabei geht vergessen, dass Lärm nicht nur für die Erwachsenen, sondern auch für die Kinder zu einer grossen Belastung werden kann. 

Ein Siebenjähriger trifft den Nagel auf den Kopf: «Lärm ist nur toll, wenn man ihn selber macht. Sonst nervt er.»

Je nach Studie geben zwischen 50 und 90 Prozent der Lehrpersonen im deutschsprachigen Raum an, dass Lärm für sie ein zentraler Stressfaktor bei der Arbeit ist. Am stärksten leiden Primarlehrerinnen und -lehrer unter dem hohen Geräusch­pegel. 

Kinder reagieren auf Lärm mit einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen, welche den Puls und den Blutdruck in die Höhe schnellen lassen. Sie können sich schlechter konzentrieren, wirken zerstreut und haben Probleme, sich Inhalte zu merken. Manche Studien weisen sogar nach, dass Lärmbelastung die Entwicklung im Sprechen, Hörverstehen und Lesen hemmt. 
Auf der emotionalen Ebene reagieren Kinder und Jugendliche mit einer höheren Reizbarkeit und Aggressivität. Manche ziehen sich in ihre Innenwelt zurück im Versuch, den Lärm auszublenden.

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