Alkohol, Tabak, digitale Medien: was Eltern wissen sollten
Elternbildung

Alkohol, Tabak, digitale Medien – was Eltern wissen sollten

Heranwachsende können mit vielen Substanzen und Verhaltensweisen in Berührung ­kommen, in denen Suchtgefahr steckt. Dies sind die am meisten verbreiteten.
Text: Claudia Füssler
Bild: Yay Media AS / Alamy Stock Photo

Alkohol

Alkohol, oder korrekter Ethanol, ist eine farblose Flüssigkeit, die entsteht, wenn kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel wie Getreide, Früchte oder Kartoffeln vergärt werden. Über den Mund- und Rachenraum sowie den Verdauungstrakt gelangt er rasch ins Blut. Wie schnell das passiert, hängt von Geschlecht, Alter, Gewicht, genetischen Voraussetzungen, der Trinkgeschwindigkeit und der Nahrung im Magen ab.

Alkohol ist eine psychoaktive Substanz, die ersten Wirkungen zeigen sich schnell: Wärme, Wohl­gefühl, Rededrang, Entspannung, Fröhlichkeit. Mit zunehmendem Alkoholpegel im Blut verändern sich – individuell sehr unterschiedlich – die Wirkungen. So kann die Risikobereitschaft steigen, Kritik- und Urteilsfähigkeit sinken, das Seh- und Hörvermögen sowie der Gleichgewichtssinn werden beeinträchtigt.

Der Mischkonsum von Alkohol mit anderen psychoaktiven Substanzen kann die Wirkung aller Substanzen verstärken oder verändern. Die toxische Wirkung des Alkohols kann die Entwicklung ganz unterschiedlicher Krankheiten in nahezu allen Organen begünstigen, dazu gehören Fettleber, Alkoholdemenz und Krebs.  

Tabak

Tabak wird aus den Blättern von Pflanzen der Gattung Tabak (Nicotiana) gewonnen. Je nach Tabaksorte und Verarbeitung schätzen Experten, dass sich in einer Zigarette und ihrem Rauch zwischen 6000 und 12 00 verschiedene Substanzen befinden. Manche davon sind giftig, mindestens 70 krebserregend. Am bekanntesten ist das psychoaktiv wirkende Nikotin.

Nikotin gilt als einer der am schnellsten abhängig machenden Stoffe und stimuliert die Ausschüttung von Dopamin und anderen Neurotransmittern, die die Wahrnehmungsfähigkeit und Gedächtnisleistung verbessern und den Appetit hemmen.

Rauchen kann tödlich sein: Hauptrisiken sind Lungen-, Luftröhren- und Kehlkopfkrebs, Herzinfarkt, Hirnschlag und Erkrankungen der Atemwege. Neben der Dauer des Tabakkonsums, die das Risiko für Erkrankungen am stärksten beeinflusst, spielen auch die Art des Konsums und die Menge eine Rolle für die Folgen auf die Gesundheit. Die Möglichkeiten, Tabak zu konsumieren, sind in den vergangenen Jahren noch einmal gestiegen. Neben den Klassikern Zigarette, Zigarillo, Zigarre und Pfeife sind derzeit alternative Formen populär: Snus (Lutschtabak), Schnupftabak, E-Zigaretten, Shishas und Tabak­erhitzer. Sie alle enthalten Nikotin und können demzufolge abhängig machen. Für Tabakerhitzer und E-Zigaretten fehlen bisher aussagekräftige Langzeitstudien zu den gesundheitlichen Folgen. Shisha­rauchen gilt als kaum weniger schädlich als Zigarettenrauchen, zudem besteht die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung. 

Cannabis

Cannabis, auch unter der Bezeichnung Hanf bekannt, ist eine weltweit angebaute Pflanze und die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in der Schweiz. Sie enthält etwa 100 sogenannte Cannabinoide, die beiden bekanntesten sind THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol).

Für die psychoaktive Wirkung von Cannabis ist vor allem das THC verantwortlich, CBD wirkt hauptsächlich beruhigend. Werden die getrockneten Blütenspitzen der weiblichen Hanfpflanze konsumiert, spricht man von Marihuana oder Gras. Nehmen die Konsumierenden das Harz der Blüten zu sich, handelt es sich um Haschisch. Es gibt zudem weitere Extrakte und Konzentrate, die vor allem als Öle, Tinkturen oder E-Liquids verwendet werden. 

Die Wirkungen von Cannabis treten nach etwa zehn Minuten ein und halten bis zu drei Stunden an, wenn es geraucht wird. Erst nach einer halben bis einer Stunde tritt die Wirkung ein, wenn das Cannabis gegessen wird, sie kann bis zu zehn Stunden andauern. Wie die Substanz wirkt, hängt stark von der konsumierenden Person und ihrer aktuellen Stimmung, der Konsumart, der Sorte, der Konsummenge und der Konsumsituation ab. 

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