Ferien-Tipps aus der Redaktion

Die Sommerferien sind vorbei, die Herbstferien stehen vor der Tür. Und Hand aufs Herz: Wer möchte nicht gleich schon wieder buchen oder zumindest träumen vom kommenden Sommer? 
Nach den Ferien ist vor den Ferien: Mit letzten Sandkörnern in den Sandalen stellen wir Ihnen hier unsere Ferien-Tipps aus der Redaktion für schöne Familienferien vor. Gerne freuen wir uns auch über Ihre Lieblingsdestinationen via Kommentar.  

Evelin Hartmann: Glamping in Holland

Unser Lieblingsort: Campingplatz Bakkum in Holland
Der Campingplatz Bakkum liegt im schönen «Noordhollands Duinreservaat», dem grössten Naturschutzgebiet der Niederlande. 950 Meter Fuss- oder Fahrradweg trennen einen hier vom Strand. Ob man mit eigenem Zelt oder Wohnwagen anreist oder sich in einer der kreativen Unterkünfte einmietet: Der Campingplatz ist einfach lässig und bietet vom Streichelgehege bis zu zahlreichen Spielplätzen, Mietkettcars und Velos einfach alles, was Kinder- und Elternherzen höher schlagen lässt – ohne dabei zu kommerziell zu wirken. Einfach niederländisch entspannt.

Mein Tipp:
Wer mit kleinen Kindern anreist – wie wir – sollte sich eines der Strandhäuschen mieten, die im Halbkreis um einen Kleinkindspielplatz angeordnet sind. Hier können sogar Zweijährige alleine losziehen, während Mama und Papa mit Kaffee oder Rotwein auf der Veranda sitzen und die Kleinen im Blick haben. 

Nützliche Infos:
Glamping heisst der neue Trend des glamourösen Campens, der durchaus seinen Reiz aber auch seinen Preis hat: Eine Woche im Strandhaus (bis 6 Personen) kostet ab 500 Franken, in der Hochsaison rund 1200 Franken. Von unserem Wohnort Luzern sind es nach Bakkum 874 Kilometer, von Zürich ungefähr 860. Eltern, deren Kinder keine langen Autofahrten mögen, sollten daher eine Zwischenübernachtung ins Auge fassen oder hinfliegen. Nächster Flughafen: Amsterdam. Von hier kommt man gut mit Bus und Bahn weiter oder mit dem Mietwagen. 
www.campingbakkum.de

Eveline Hartmann ist stellvertretende Chefredaktorin und hat zwei Töchter im Alter von zwei und fünf Jahren. 

Nik Niethammer: Wandern im Hochschwarzwald

Unser Lieblingsort: 
Der Hochschwarzwald ist unsere zweite Familienheimat und ein Paradies für kleine und grosse Wandervögel. Das Angebot reicht vom gemütlichen Panorama-Wanderweg bis zum anspruchsvollen Singletrail mit vielen hundert Höhenmetern. 

Auf fast jedem Hügel lädt eine Hütte zum Vespern und Verweilen ein. Eine besonders tolle Aussicht geniesst man von der Zastler Hütte, der Erlenbacher Hütte und der Höfener Hütte.
Ein möglicher Ausgangspunkt für eine Wanderung im Hochschwarzwald ist die Stollenbacher Hütte, die gut per Auto erreichbar ist.

Auch der Feldberg, mit 1492 Metern die höchsten Erhebung im Schwarzwald – per Auto, Velo oder mit dem Bus gut erreichbar – ist Ausgangspunkt zahlreicher Wanderpfade und Höhenwanderungen. Unterhalb des Feldberggipfels gibts einen spektakulären Seilpark, wo kleine und grosse Kletterer sich in bis zu 9 Metern Höhe in Geschicklichkeit und Mut üben können. Bei schlechtem Wetter empfiehlt sich ein Besuch in der Kletterhalle, gleich neben dem Seilpark. Oder im Haus der Natur.

Wer lieber badet statt wandert, dem sei der Titisee und seine zahlreichen Sehenswürdigkeiten im südlichen Naturpark Schwarzwald empfohlen.

Mein Tipp: 
Besonders empfehlenswert finde ich die Umrundung des Feldsees, dem grössten Karsee im Schwarzwald (entstanden durch Gletscher der letzten Eiszeiten) mit anschliessender Einkehr im Raimatihof
Nützliche Infos: 
Mit dem ICE dauert die Fahrt ab Zürich über Basel nach Freiburg knapp zwei Stunden. Dort stehen Busse für die Fahrt auf den Feldberg bereit.
Mit der Höllentalbahn (wegen Bauarbeiten bis 31. Oktober 2018 unterbrochen; es verkehren Ersatzbusse) dauert die Fahrt nach Titisee-Neustadt 40 Minuten.

Die Region Hochschwarzwald ist aus Zürich mit dem Auto in etwas mehr als zwei Stunden erreichbar (Tipp: unbedingt den Zoll nach Deutschland bei Rheinfelden benutzen).
Wandertipps: www.hochschwarzwald.de/wandern

Nik Niethammer ist Chefredaktor und Vater eines Sohnes, 9, und einer Tochter, 7. 

Florian Blumer: Roadtrip auf zwei Rädern

Unser Lieblingsort:
Das grösste Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Stahlpferde: Unser Lieblingsort ist auf dem Sattel respektive auf dem Sitzli. Dass meine zweijährige Tochter das genauso sieht wie ich, ist natürlich Spekulation, böse Zungen würden sagen Projektion. Aber ich schliesse das aus ihrem glückseligen Blick, wenn wir, den Fahrtwind im Gesicht, die Landschaften an uns vorbeiziehen lassen sowie ausbleibenden Protesten, wenn ich sie aufs Sitzli hieve.

Veloferien mit Zelt und Schlafsack garantieren Abenteuer, viele Begegnungen und bleibende Erlebnisse. Man ist gemeinsam unterwegs, weiss oft nicht, was einen als Nächstes erwartet, erlebt wunderschöne Überraschungen und kleinere Katastrophen. Letztere schweissen zusammen und erhöhen den Abenteuerfaktor.

Will man besonders die Zweierbeziehung stärken, ist ein Solotrip empfehlenswert. Ansonsten ist es natürlich schön, in Begleitung von einem oder mehreren weiteren Tandems unterwegs zu sein.

Mein Tipp:
Unbedingt Kindersitz statt Anhänger! Beim richtigen Modell (z.B. Römer) passen dennoch Satteltaschen an den Gepäckträge. Man ist beweglicher und die Fahrt für den Passagier viel spannender – und angenehmer: Bei sommerlichen Temperaturen mutiert der Anhänger zur Sauna.

Besonders schön (und unproblematisch auch mit dem Zug zu erreichen) ist der Jura, in der Schweiz und in Frankreich. Geheimtipp: Camping La Tariche bei Sainte Ursanne – rundum nur Doubs, grün und Ruhe. Der Campingplatz ist allerdings klein und am Wochenende manchmal voll: besser vorher anrufen und noch besser ausserhalb der Hauptsaison oder unter der Woche ansteuern. 

Auch Mitfahren kann müde machen: Florian Blumer mit Mika, 2, im Piemont.

Auch Mitfahren kann müde machen: Florian Blumer mit Mika, 2, im Piemont.
Der Cousin fährt mit: Bruder Dominik Blumer mit Laurin, fast 2, unterwegs entlang dem Doubs im Schweizer Jura.
Der Cousin fährt mit: Bruder Dominik Blumer mit Laurin, fast 2, unterwegs entlang dem Doubs im Schweizer Jura.
Nützliche Infos:
Es braucht kein Spezial-Tourenvelo, ein gutes Citybike mit stabilem Gepäckträger tuts auch. Auch einen Elektromotor brauchts nicht – einfach Länge und Höhenmeter der Etappen an die Konstitution der Waden anpassen. Trotzdem bringen Velotouren einige Anschaffungskosten für Satteltaschen, ein leichtes Zelt, leichte Mättelis und Schlafsäcke, Kocher usw. mit sich. Doch ist man einmal ausgerüstet, gibt es abgesehen von Balkonien und Uhu-Ferien keinen günstigeren Urlaub.

Ist man in der Schweiz unterwegs, empfiehlt sich ein Blick auf die Beschreibungen der offiziellen Velorouten (die auch unterwegs sehr gut ausgeschildert sind).

Florian Blumer ist Produzent und Redaktor und Vater einer Tochter, 2. 

Claudia Landolt: Schlemmen im schönsten Restaurant der Welt

Unser Lieblingsort: 
Augen am Horizont, Lippen am Glas und Hummus im Mund: Das geht. Was für einige so abwegig klingt wie Schokolade essen in den Tropen, ist an der baskischen Atlantikküste möglich: Zum Beispiel im Beach House in Anglet bei Biarritz. 
Nichts, wirklich nichts ist schöner, als nach einem langen Tag in den Wellen barfuss in die schönste Bar der Welt zu laufen, sich dort wahlweise an eines der wunderhübschen weissen Tischchen zu setzen oder auf einen Liegestuhl zu werfen, derweil die Kinder im Salzwasserpool herumspritzen, ohne dass sich jemand über das Geschrei beklagt. Oder sie spielen im Sand rund um das Boot im Beach House, das auch eine Bar ist. Einen Apéro oder hippes Gurkenwasser schlürfend, hört man in der Ferne die Brandung und schaut zu, wie die Sonne untergeht. Die Atlantikküste zwischen Bordeaux und St. Jean de Luz wird auch das Kalifornien Frankreichs genannt. Denn nirgendwo sind die Franzosen entspannter als hier, good vibes sind pausenlos in der Luft. 

Nach einigen Tagen hat man den «laisser faire»-Modus adaptiert und läuft ungekämmt, aber sonnengeküsst in ausgefransten Shorts durch den Supermarkt, düst mit dem Skateboard zur Bäckerei, um Croissants zu holen und schaut nicht einmal pro Tag in den Spiegel, weil einfach alles wunderbar ist. Man verbringt den Tag damit, in die Wellen zu hüpfen, zu schwimmen oder auf dem Brett auf DIE Welle zu warten. In den Wellen herumhüpfen können auch schon kleine Kinder, ausserdem sind alle offiziellen Strände bewacht – Baywatch lebt! 

Wem das Wasser zu kalt ist (im Schnitt liegt es bei 22 Grad, aber dafür gibt es ja Schwimmanzüge), wechselt an einen Binnensee, beispielsweise in Hossegor. Wenn Ebbe ist, läuft man den kilometerlangen Stränden entlang und sucht Muscheln oder kleine Krabben. Oder sitzt einfach am Strand und schaut den Gezeiten zu. Und freut sich schon aufs Abendessen am schönsten Ort der Welt. 

 
Mein Tipp: Die Franzosen essen spät – deshalb unbedingt reservieren. Der Service ist ausgezeichnet, das Personal jung, süss und unkompliziert, manchmal aber dauerts trotzdem etwas. Deshalb Badehosen und Bespassungsmaterial für die Kinder mitnehmen. Auch Sändeli-Züügs und Autos sind erlaubt. Fleischliebhaber schwärmen vom Beach-House-Burger, Vegis kommen mit dem Vegi-Curry auf ihre Kosten. Zum Dessert unbedingt das Schoggiküchlein probieren, hat Suchtfaktor!

Bild: ZVG Beach House Anglet / Instagram

Bild: ZVG Beach House Anglet / Instagram
Nützliche Infos:
Die Fahrt nach Biarritz ist lang, wir machen Zwischenstopps unterwegs. Vor Ort übernachten wir jedes Jahr in einem anderen Airb’n’b, eines ist schöner als das andere. Wir wählen meist ein Haus mit Pool, so baden wir vormittags zuhause, am Nachmittag gehts ans Meer. 

Die baskische Küste bietet für alle Wasserbegeisterten etwas. Natürlich ist der Atlantik kein Meer, in dem es sich stundenlang herumdümpeln lässt wie im Mittelmeer, dafür ist er zu bewegt und auch zu kalt. Dennoch gibt es an der ganzen Küste die Möglichkeit, Strandabschnitte auszuwählen, die einem vom Wellengang her entsprechen. Allerdings muss klar gesagt werden: Hossegor ist ein Surfmekka und weltweit bekannt für seine erstklassigen Wellen. Für Familien ist La Plage Centrale in Hossegor ideal, weil es viele Cafés und Duschen gibt – allerdings sind die Wellen eher hoch und für kleine Kinder weniger geeignet. Der Strand La Piste bei Capbreton hingegen ist ideal, um sich mit kleinen Wellen vertraut zu machen, das Surfen (auch mit Body Boards) zu lernen oder auf Bunkern aus dem zweiten Weltkrieg den Horizont zu betrachten. Ebenfalls beliebt für SUP ist der Binnensee in Hossegor. 

Unweit liegt Seignosse, auch dort gibt es einen Binnensee, den Etang Blanc, mit vielen Badeinseln, auch Pedaloverleih. Nett mit Kindern ist der dortige Atlantik Parc. 

 
Claudia Landolt Starck ist leitende Autorin und hat vier Jungs zwischen 7 und 14 Jahren. 

Patrik Luther: Siesta für alle auf Malle

Unser Lieblingsort:  
Für entspannte Meer-Ferien reisen wir mit unseren Kindern am liebsten auf die Balearen. Insbesondere die Insel Mallorca mit ihren langezogenen Stränden und dem glasklaren Meer bringt uns die wohlverdiente Erholung. Mallorca ist die vielleicht meist unterschätzte Ferienregion, die keinesfalls auf eine Partymetropole reduziert werden darf. Im Nord-Osten, unserer Lieblingsecke auf der Insel, findet man von der idyllischen Finca bis zum Familien-Resort eine Vielzahl an tollen Unterkünften. Die Insel lässt sich wunderbar erkunden; eine entspannte Radtour mit Mietvelos, ein Abend-Spaziergang entlang der Strandpromenade oder mit dem öffentlichen Bus, über ein paar Gebirgszüge, zur nächsten Hafenstadt. Für Frühaufsteher lohnt es sich, auf die Anhöhen am Meer zu joggen. Man wird mit einem wunderbaren Blick auf das spiegelglatte Meer und die aufgehende Sonne belohnt. 
Die kurze Anreise mit einer Flugdauer von knapp eineinhalb Stunden ist für Kleinkinder ein Erlebnis, verbunden mit einem geringen Stressfaktor für die ganze Familie. Mit einem Mietauto ist der Norden in rund einer Stunde von Palma gut erreichbar. Gleichzeitig geniesst man den zeitlichen und räumlichen Freiraum, da man nicht auf die Transferbusse angewiesen ist. Bei frühzeitiger Reservation bekommt man eine Mietkarosse zu günstigen Konditionen, nach Wunsch ausgerüstet mit den erforderlichen Kindersitzen.

Mein Tipp: 
Mit einem Kleinkind, das seinen wohlverdienten Mittagsschlaf macht, ist eine Unterkunft mit verschiedenen Zimmern und einem Balkon, wenn immer irgendwie möglich, sehr zu empfehlen. Gleichzeitig ist auch die gestaffelte, nächtliche Bettruhe einfach zu organisieren, denn die Eltern können in unmittelbarer Nähe zum Schlafzimmer den Sommerabend ausklingen lassen. Bei unserem ersten Urlaub mit der ersten Tochter wollten wir erst nur ein Hotelzimmer buchen. Wir entschieden uns in letzter Minute für das Zimmer mit einer Mini-Dachterrasse. Ein absoluter Glücksgriff, so konnten wir sowohl den Mittagsschlaf als auch den Abenddrink in der Nähe unserer pfusenden Tochter geniessen, ohne im kleinen Zimmer auf Zehenspitzen um sie herumschleichen zu müssen. 

Nützliche Infos:
Empfehlen kann ich das Hotel Zafira Bahia in Playa de Muro (früher Viva Bahia). Das familienfreundliche Hotel überzeugte uns durch eine vielseitige Pool-Landschaft, direkten Zugang zum Strand, Kinderpool mit Piratenschiff, sehr gutem kulinarischen Angebot und eben jenem Zimmer mit Dachterrasse. Sämtliche Kleinkinder-Utensilien können vor Ort bezogen oder sogar vorreserviert werden. Wer sich also für einen Resort-Urlaub begeistern kann, ist hier wunderbar aufgehoben.

Patrik Luther ist stellvertretender Verlagsleiter und Vater zweier Töchter, 6 und 1.5 Jahre alt. 

Florina Schwander: Bädele am Genfersee

Unser Lieblingsort:
Seit unsere Tochter fragte, warum der Lac Léman eigentlich heisse wie ihr Bruder, ist das unser Running Gag und der Genfersee heisst nun Lac Clément. Wir besuchen jeden Sommer Freunde und Familie in der Romandie und geniessen das welsche Paradies. Dieses Jahr waren wir dank der Hitze vor allem baden und zum ersten Mal am langen Sandstrand in Préveranges, ein Highlight!

Mein Tipp:
Nie überlaufen und ein kleiner Geheimtipps selbst für Einheimische: In Pully bei Lausanne gibt es im Park Guillemin Rehe und Hirsche, einen grossen Spielplatz, ein Wasserbecken und eine tolle Aussicht auf den Genfersee zu bewundern. 


Nützliche Infos:
Wir schlafen regelmässig in der Jugi in Lausanne. Sie ist direkt am See und nahe beim Vallée de Jeunesse mit tollem Spielplatz und mehr gelegen. Man kann auch gleich baden gehen am Strand von Vidy und im Beizli vom Campingplatz etwas essen.

Florina Schwander ist Redaktorin Print und Online und Mutter einer Tochter, 4 und Zwillingsjungs, 2. 

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