Schule

Der erste Schulthek – worauf man achten sollte

Wer einen angehenden Erstklässler fragt, worauf er sich am meisten freut, bekommt mit einiger Wahrscheinlichkeit die Antwort: «Auf einen richtigen Thek!» Die Schulmappe löst das Chindsgi-Täschli ab und steht symbolisch für diesen wichtigen Tag. Auf diese Punkte gilt es bei der Anschaffung zu achten.
Text: Florina Schwander
In den Kindergarten müssen Kinder lediglich ein Znüni, eventuell Regenkleidung und regelmässig gewaschenes Turnzeug in einem entsprechenden Beutel mitnehmen. In der ersten Klasse genügt dies aber nicht mehr, da einiges an Material dazukommt – beispielsweise ein Etui mit Schreibzeug, ein Hausaufgabenmäppchen, Bücher, Schulhefte und ein Znüniböxli. Dies alles braucht mehr Platz, und daher lohnt es sich, eine geeignete Schultasche anzuschaffen.

Theoretisch könnten Kinder ihre Sachen auch in einem normalen Rucksack verstauen. Doch angesichts der vielen Dinge, die es zu schleppen gilt, ist eine rückenschonende Tasche sinnvoll.

So sieht ein guter Schulthek aus

Gerne werden Theks nach optischen Kriterien ausgesucht – Tragekomfort und Sichtbarkeit auch tagsüber sollten aber nicht ausser Acht gelassen werden. Achten Sie auf folgende Punkte: 

  • verstellbare, gepolsterte und mindestens 4 cm breite Schultergürtel
  • ergonomisches, anliegendes und verstellbares Rückenpolster
  • möglichst leichtes Leergewicht (ca. 1 kg)
  • gutes Platzangebot mit mehreren Fächern
  • fluoreszierende Reflektoren für Sichtbarkeit auch tagsüber
  • möglichst einfache Verschlüsse – empfehlenswert sind magnetische Verschlüsse
  • wasserabweisendes Material

Praktisch ist ein Thek mit kleinen Fussnoppen (weil er dann bei Regen nicht im Nassen steht), der beim Beladen von selber offen bleibt und stabil genug ist, damit er nicht umkippt. Es empfiehlt sich, das Kind beim Kauf mitzunehmen, damit im Fachgeschäft der Thek anprobiert und richtig eingestellt werden kann. 

Anprobieren ist Pflicht, einmal mit T-Shirt, einmal mit Jacke. Der Schulthek muss sicher sitzen, sollte nicht von den Schultern rutschen und scheuern oder drücken.
Der Rückenteil sollte gepolstert sein; harte Polster drücken, deshalb lieber weichere wählen. Ein Rückenteil mit idealer Passform liegt an mehreren Stellen des Körpers an, lässt die Wirbelsäule aus und ragt nicht über die Schultern des Kindes hinaus.

Lassen Sie Ihr Kind den Schulthek am Tragegriff anheben: Berühren die Gurten jetzt den Boden, sind sie zu lang und Ihr Kind könnte darüber stolpern.
Ein guter Schulthek geht ins Geld – doch die Investition lohnt sich.
Passen Sie die Tragegurten regelmässig der zunehmenden Körpergrösse Ihres Kindes an. Die Oberkante des Schultheks sollte sich auf Schulterhöhe befinden. Zu lange Gurten belasten die untere Wirbelsäule, zu straff gezogene verursachen eine Hohlkreuz-Haltung. Das Kind sollte zur Anpassung auf der Stelle hüpfen und gleichzeitig an den Gurten ziehen, dies ergibt den optimalen Sitz.

Je weniger ein Kind wiegt, umso leichter sollte sein Schulthek sein. Zwar entstehen Rückenprobleme eher durch zu wenig Bewegung und eine schlechte Haltung, trotzdem gilt die Regel, dass ein voll bepackter Thek nicht mehr wiegen sollte als 10 bis 15 Prozent des kindlichen Körpergewichts. Ab und zu mit einer Waage kontrollieren.
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Welches Motiv gefällt dem Kind auch langfristig?

Wählen Sie mit Ihrem Kind erst die Marke und das Modell, dann das Sujet. Schöne Sujets gibt es bei allen Herstellern. Bedenken Sie, dass Buben und Mädchen zu kindliche Motive rasch verleiden und zwei Jahre später bereits als «peinlich» gelten.

Ab der Mittel-, spätestens aber ab der Oberstufe bevorzugen Kinder einen Schulrucksack. Ein solcher hat oft weder reflektierende Flächen noch einen ergonomischen Rückenteil. In Bezug auf die Sicherheit und für die Gesundheit des Rückens wäre es besser, den Thek einige Jahre länger zu verwenden.

Im Laufe ihrer Schulzeit werden Kinder immer selbständiger und entwickeln auch den eigenen Geschmack weiter. Wenn das Gotti also eine hippe Vintage-Schultasche aus Naturleder schenken möchte, dann kann es sein, dass dieser Thek nicht gut ankommt. Ist das Kind beim Kauf dabei, findet sich meist ein Kompromiss.

6 Tipps für den passenden Schulthek:

  • Richtig tragen: Beide Schultergürtel liegen auf den Schultern, kein einseitiges Tragen.

  • Richtig einräumen: Schwere Materialien liegen nah am Rücken.

  • Den Thek regelmässig neu packen. Unnötiges bleibt daheim! 

  • Bewegung im Alltag stärkt die Rücken­muskulatur und beugt Rückenschmerzen vor.

  • Der Griff sollte nicht zum Tragen des Theks verwendet werden, dies würde die kindliche Wirbelsäule einseitig belasten.

  • Wünscht sich Ihr Kind einen bestimmten Thek aus einer speziellen Kollektion, müssen Sie schnell sein: Nach den Frühlingsferien sind beliebte Modelle oft ausverkauft. 

Gut zu wissen:

Ein guter Thek geht ins Geld: Teure Modelle mit Etui und Turnsäckli können bis zu 300 Franken kosten. Heruntergerechnet auf den Gebrauch über mehrere Jahre lohnt sich aber die Investition in eine richtige Schultasche. Kaufen Sie keinen Schulthek, nur weil er billig ist: Sichere und gute Modelle sind selten unter 150 Franken zu haben. Günstiger fährt man oft mit Motiven aus dem vergangenen Jahr oder mit guten Occasionen. Wählen Sie einen Schulthek mit bfu-Gütesiegel, TÜV-Siegel oder Norm-Aufkleber. Aus Deutschland stammende Schulmappen sollten die Vorgaben der Norm DIN 58124 erfüllen. Dann gelten sie als wasserdicht, praktisch 
und sicher.

Florina Schwander ist Redaktorin bei Fritz+Fränzi. Ihre Tochter kommt erst in anderthalb Jahren in die erste Klasse. Der passende Thek ist aber jetzt schon Thema – hauptsächlich unter den Eltern, allerdings. 

Dieser Artikel stammt aus unserem Kindergarten-Spezialheft «Tschüss Chindsgi» 04/19 mit Themen für Lehrpersonen und Eltern von Kindern im zweiten Kindergartenjahr. Eine Einzelausgabe kann hier bestellt werden. 
Dieser Artikel stammt aus unserem Kindergarten-Spezialheft «Tschüss Chindsgi» 04/19 mit Themen für Lehrpersonen und Eltern von Kindern im zweiten Kindergartenjahr. Eine Einzelausgabe kann hier bestellt werden. 

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