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Elternbildung
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Ist es die Presse, die lügt?

Ein weiterer Aspekt des Problems ist der Begriff «Lügenpresse», der das Thema in der Auseinandersetzung mit Kindern leider noch verkompliziert. Mit dieser Schmähung stellen politische Kräfte, die selbst vor kruden Verschwörungstheorien nicht zurückschrecken, die Glaubwürdigkeit von journalistischen Erzeugnissen pauschal in Frage.

Dabei ist das Gegenteil der Fall: Eine freie Presse schafft Öffentlichkeit und ist eines der wichtigsten Kennzeichen einer Demokratie. Natürlich: Manchmal treffen Redaktoren die Entscheidung zu einer Veröffentlichung, bevor alle Fakten auf dem Tisch liegen. Der Grund liegt allerdings bei uns, den Leserinnen und Lesern. Bei Katastrophen gehen uns Schnelligkeit und Sensation oft über Genauigkeit – statt die Medien zu verurteilen, sollten wir eher unser Mediennutzungsverhalten hinterfragen.
Wir Erwachsene sollten als Vorbilder vorangehen.
Wollen wir Kinder, die kompetent mit Medien umgehen, müssen wir Erwachsenen als Vorbilder vorangehen. Das gilt nicht nur für Fake News, das gilt auch für den Umgang mit echten Nachrichten. Denn auch die können mitunter Kindern Angst einjagen.

Fake News entlarven

8 Tipps, wie Fake News erkannt werden können.
  1. Checken: Wer ist der Autor? Gibt es ihn wirklich? Hat er wirklich einen Titel wie Professor oder Doktor?

  2. Was ist das für eine Webseite? Ist es eine Nachrichtensite oder ein Blog?

  3. Gibt es ein Impressum?

  4. Wird eine Quelle genannt? Ist sie seriös?

  5. Gibt es auffallend viele Rechtschreibfehler?

  6. Die Behauptung aus der Nachricht in eine Suchmaschine mit dem Begriff «Fake» eingeben. Taucht sie auch auf etablierten Nachrichtenseiten auf?

  7. Die Webseiten www.hoaxmap.org und www.mimikama.at haben sich zum Ziel gemacht, Fake News aufzudecken und aufzulisten. 

  8. Vergleich der Bilder auf Google-Bildersuche: Wurden sie bearbeitet und verfälscht?

Zum Autor:

Thomas Feibel, 56, ist der führende Journalist zum Thema «Kinder und neue Medien» in Deutschland. Der Medienexperte leitet das Büro für Kindermedien in Berlin, hält Lesungen und Vorträge, veranstaltet Workshops und Seminare. Zuletzt erschien sein Elternratgeber «Jetzt pack doch mal das Handy weg» im Ullstein-Verlag. Feibel ist verheiratet und Vater von vier Kindern.
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