«Gell Papa, du bist nicht wirklich dumm»

Vergesslichkeit ist eine weit verbreitete Krankheit, bei Kinder wie bei Erwachsenen. Die schlechte Nachricht: Sie ist unheilbar. Die gute: An den Symptomen kann man arbeiten.
Herbstferien: Ich reise alleine mit den beiden Kindern für einige Tage an den Bodensee. Maya, meine Frau, bringt mich noch an die Bushaltestelle, schaut mich eindringlich an und sagt: «Fabian, vergiss den Koffer nicht!» Ich nicke pflichtschuldig, steige mit den Kindern in den Bus, danach in den Zug – und stelle nach einigen Minuten fest: Ich habe den Koffer im Bus liegen lassen. Ein kurzes Telefonat später  rennt meine Frau zum Bus, der  gerade eine weitere Runde dreht, findet den Koffer und stellt ihn in den nächsten Zug in Richtung Zürich, wo die Kinder und ich ihn später abholen. 

Nach dem Telefonat schaut mich mein Sohn besorgt an: «Gell Papa, du bist nicht wirklich dumm. Du denkst schon viel, aber einfach nie das, was man muss.» Es vergeht kaum eine Woche, in der ich nicht das Handy, den Rucksack, einen Schal, die Jacke oder sonst etwas im Zug, im Café oder bei der Arbeit liegen lasse. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an all die lieben Menschen, die dafür sorgen, dass meine Sachen fast immer zu mir zurückfinden! Meine Vergesslichkeit begleitet mich schon, seit ich ein Kind bin. Diese Situationen entstehen fast immer dann, wenn ich gedanklich woanders bin, über ein Thema nachdenke, vor mich hinträume oder in ein Gespräch vertieft bin. 

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