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«Nur was ich schätze, kann ich auch schützen»

Aus Ausgabe
06 / Juni 2026
Lesedauer: 2 min
Das MFM-Projekt ist ein sexualpädagogisches Präventionsprojekt für Mädchen und Buben kurz vor der Pubertät. Kursleiter Roland Demel erklärt, wie es funktioniert.
Interview: Virginia Nolan

Bild: Getty Images

Herr Demel, was ist das MFM-Projekt?

Ein sexualpädagogisches Präventionsprojekt. Der Verein MFM-Projekt Deutschschweiz vertritt einen menschenrechts­basierten, ganzheitlichen Ansatz der Sexualaufklärung. Die Tagesworkshops richten sich an Mädchen und Buben von 10 bis 12 Jahren, die kurz vor oder am Beginn der Pubertät sind. In der Schule eignet sich der Workshop am besten für die fünfte Klasse. Wir bieten auch Wochenendkurse an, die von Vereinen gebucht werden. Zum Kurs gehört ein vorgängiger Elternvortrag, in dem Eltern über die Inhalte informiert werden, damit sie mit ihren Kindern darüber sprechen können. Ein offenes Ohr der Eltern ermutigt Kinder, sich ihnen auch in schwierigen Momenten anzuvertrauen.

Die Inhalte werden spielerisch vermittelt: Mädchen schlüpfen in die Rolle verschiedener Hormone, Jungs als Agenten in die Rolle eines Spermiums.

Welche Themen stehen im Zentrum?

«Nur was ich schätze, kann ich schützen»: Mit diesem Gedanken rief Medizinerin Elisabeth Raith-Paula das MFM-Projekt (MFM steht sowohl für Mädchen – Frauen – Meine Tage wie auch Mission for Men) ins Leben. Kinder sollen ihren Körper besser kennen und schätzen lernen. Sie entwickeln ein vertieftes Verständnis für alles, was er rund um Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Geburt leistet, und dafür, wozu ihr Körper ab der Pubertät in der Lage ist. Die Kurse finden geschlechtergetrennt statt. In beiden Formaten wird auch der gegengeschlechtliche Körper thematisiert, um das Verständnis füreinander und für die jeweiligen Herausforderungen der Pubertät zu fördern.

Kursleiter Roland Demel über das MFM-Projekt
Roland Demel ist Kursleiter und Co-Präsident MFM-Projekt Deutschschweiz. (Bild: zVg)

Wie vermitteln Sie die Inhalte?

Spielerisch: Mädchen entschlüsseln als Detektivinnen Geheimcodes ihres Körpers. Sie schlüpfen in die Rolle verschiedener Hormone, tauchen ein in die Faszination des weiblichen Zyklus und die Entstehung von Leben. So werden körperliche Veränderungen, vor denen sie stehen, nachvollziehbar. Das ausführliche Besprechen der Menstruation bereitet sie auf ihre monatliche Blutung vor, schenkt Vertrauen und weckt Stolz. Auch die Buben werden mit der bevorstehenden Fruchtbarkeit vertraut gemacht. Als Agenten in der Rolle eines Spermiums erleben sie dessen Entstehung im männlichen Körper und die anschlies­sende Reise in den Frauenkörper, wo das Sieger-Spermium am Ende seiner Mission eine Eizelle befruchtet und Leben entsteht.

Weitere Informationen: mfm-projekt.ch