Glück: Unser Thema im Juli und August
Wissen Sie noch, wann Sie am glücklichsten waren? In den Teenagerjahren, als alle Türen (gefühlt) offenstanden und man nicht wirklich Verantwortung für etwas trug ausser vielleicht für sich selbst? War es der Moment, als Sie zum ersten Mal Ihren Sohn oder Ihre Tochter im Arm hielten? Oder als Ihr Kind 15 Jahre später mit dem unterschriebenen Lehrvertrag nach Hause kam? Oder etwas ganz anderes, scheinbar Unbedeutendes?
Im Laufe unseres Lebens ändern sich die Motive für das Empfinden von Glück. Stehen in der Jugend vor allem Abenteuerlust und Vergnügen im Zentrum, ist es in der Rushhour – den mittleren Jahren der Familienphase – mehrheitlich das sogenannte Entlastungsglück. «Die Erleichterung, wenn Stress abklingt, Konflikte ruhen und Unheil abgewendet werden konnte», beschreibt dies Neurowissenschaftler Tobias Esch. Diesen Tiefpunkt durchlaufen wir mit 40 bis 50 Jahren, danach gehe es wieder aufwärts, verspricht Esch. Meine Kollegin Virginia Nolan hat ihn, neben anderen namhaften Expertinnen und Experten, für unser Dossier «Glück» befragt. Diese und weitere spannende Erkenntnisse rund um «das höchste der Gefühle» lesen Sie hier.
Unsere Autorin Ümit Yoker ist Mutter dreier Söhne, «denen sie ständig neue Bücher aufnötigt», wie sie im Anschluss an ihr Monatsinterview mit Kulturwissenschaftlerin Christine Lötscher schreibt. Liebe Ümit, das geht mir mit meinen Töchtern ähnlich. Mit mehr oder weniger grossem Erfolg. Dabei gibt Christine Lötscher Entwarnung: «Wer seinen Kindern vorliest und viel spannende Lektüre zur Verfügung stellt, sollte sich nicht zu sehr den Kopf zerbrechen: Nicht jedes Kind muss gerne lesen. Es hat auch so gute Chancen im Leben. Mehr Sorgen mache ich mir um jene Heranwachsenden, die eigentlich gerne lesen würden, aber nicht genügend Angebote bekommen.»

Sind Sie mit Ihrem Kind befreundet? Die wenigsten Mütter und Väter würden dies wohl so sagen, da Eltern Leuchtturm sein und ihren Kindern Orientierung geben sollen – was auf der «Kumpel-Ebene» schlecht geht. Dass sich ein freundschaftliches Verhältnis und elterliche Führung gegenseitig nicht ausschliessen müssen, schreibt der Kinder- und Jugendpsychologe Fabian Grolimund in seiner Kolumne. Ganz im Gegenteil: Freundschaftliche Gesten können in der Eltern-Kind-Beziehung sogar Wunder wirken.
Herzlichst,
Ihre Evelin Hartmann






