Mia, 17, Samira, 15, Flora, 17, und Laila, 16, sind Schülerinnen im Bildungszentrum für Technik in Frauenfeld TG und schildern ihre Perspektive aufs Glück.
Flora: «Aus meiner Sicht gibt es zwei Arten von Glück. Das Zufallsglück, wenn einfach so was Gutes passiert. Und das Glücklichsein, weil man etwas wie Freunde im Leben hat.»
Laila: «Ich glaube nicht an Zufall, sondern ans Schicksal. Dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Glück ist für mich, was ich an meinem Leben liebe: meine Freunde, meine Familie, Zuspruch und Unterstützung von Leuten.»
Wie man seinem Glück auf die Sprünge helfen kann? Ist doch klar: durch Freunde!
Mia, 17
Mia: «Glück sind für mich meine neuen Freunde, die ich nach dem Umzug in die Schweiz kennengelernt habe – und die alten in Deutschland.»
Flora: «Ich habe zu meinem alten Ich zurückgefunden und finde Glück in Kleinigkeiten. Wie damals als Kind freue ich mich, wenn ich in der Natur etwas Schönes sehe, ein Tier etwa. Vor ein paar Jahren hätte ich das unspektakulär gefunden.»
Mia: «Wie man seinem Glück auf die Sprünge helfen kann? Ist doch klar: durch Freunde!»
Das Gute im Blick haben
Samira: «Es hilft auch, das Leben positiv zu sehen. Wer das Gute ebenso im Blick hat, ist automatisch glücklicher.»
Laila: «Wir können uns aktiv für unser Glück einsetzen. Wenn mich feines Essen glücklich macht, besorge ich mir welches.»
Samira: «Man sollte sich gleichzeitig bewusst sein, dass es okay ist, negative Gefühle zu haben und die auch zuzulassen. Man kann eine positive Lebenseinstellung haben und trotzdem mal unglücklich sein.»
Was unglücklich macht
Flora: «Die sozialen Medien sind in unserem Leben sehr wichtig. Wenn Leute dort den Eindruck gewinnen, das Leben sei immer super und sie müssten ständig glücklich sein, kann ich schon verstehen, dass sie das stresst. Darum finde ich wichtig, dass man sich selbst treu bleibt, sich an den eigenen Gefühlen orientiert statt an den Erwartungen anderer.»
Laila: «Absolut. Ich lasse alle Gefühle zu. Auch bei meinen Freunden spüre ich keinen Glücksstress.»
Flora: «Was einen unglücklich macht: zu viel grübeln. So sage ich manchmal zu mir: Nicht zu viel nach- und alles hundertmal durchdenken, es kommt schon gut.»
Mia: «Mir macht zu schaffen, wenn Familienmitglieder Erwartungen haben, die ich nicht erfüllen kann – sich etwa beklagen, dass sie mich zu wenig sehen, und nicht verstehen, dass ich auch mein Leben habe.»
Laila: «Was mich wirklich unglücklich gemacht hat: noch keine Lehrstelle zu haben und im Unterricht ständig mit diesem Thema konfrontiert zu sein. Zum Glück bin ich fündig geworden.»
Ich sage mir: Was mich nicht direkt betrifft, muss mir keine Sorgen machen.
Flora, 17
Samira: «Mich zieht das Weltgeschehen manchmal runter. Gleichzeitig macht mir der Gedanke Hoffnung, dass viele Leute etwas verändern wollen.»
Flora: «Ich sage mir: Was mich nicht direkt betrifft, muss mir keine Sorgen machen. Das klingt egoistisch. Ich wünschte, es gäbe all die Krisen nicht. Aber ich will mich nicht davon runterziehen lassen.»
Mia: «Gegen manche Probleme lässt sich als Einzelperson wenig bewirken. Von vielen verstehe ich auch zu wenig, um intensiv darüber nachzudenken.»
Viel Zeit mit der Familie
Laila: «Ich will schlimme Dinge nicht ausblenden und über den Lauf der Welt informiert sein. Über einiges bin ich nicht glücklich, es bedrückt mich aber nicht, da ich einen starken Glauben habe. Ich hatte zudem eine schöne Kindheit. Ich fand es – das sehen vermutlich viele anders – toll, Einzelkind zu sein. Ich bin zwar im Grunde keines, aber als solches aufgewachsen. Ich genoss es, dass meine Eltern Zeit für mich hatten, ich so viel mit ihnen spielen konnte. Das hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin. Dafür bin ich dankbar.»
Flora: «Unsere Eltern haben mit mir und meiner Schwester viel unternommen – gemeinsam haben wir etwa sämtliche Zoos in der Ostschweiz besucht, weil wir Tiere sehr mögen. Am Wochenende waren wir fast immer in der Natur unterwegs. Das hat mir viele schöne Erinnerungen beschert, genauso wie unsere Quizabende.»






