«Ohne Regeln wäre ich viel länger am Handy»

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Elijah, 13, hat sein erstes Handy mit 11 Jahren bekommen. Er besucht die Sekundarschule Adelboden und muss das Smartphone während des Unterrichts abgeben. Seine Eltern erlauben ihm, zweieinhalb Stunden täglich am Handy zu sein. In dieser Zeit darf er das Gerät uneingeschränkt nutzen.
Aufgezeichnet von Florin Schranz

Symbolbild: Adobe Stock

Mein erstes Handy habe ich in der fünften Klasse bekommen. Social Media hatte ich damals noch gar nicht. Ich habe eigentlich nur YouTube geschaut. Erst seit der sechsten Klasse habe ich Instagram und Tiktok.

Ich verbringe ungefähr anderthalb bis zwei Stunden auf Social Media. Bei mir kommen im Feed vor allem Sport- und Gaming-Videos. Manchmal sehe ich auch politische Sachen, zum Beispiel über Krieg, aber das ist nicht so viel. Wenn jemand etwas behauptet, das offensichtlich nicht stimmt – zum Beispiel, dass morgen der Dritte Weltkrieg anfängt – regt mich das auf und dann schreibe ich manchmal in die Kommentare, dass das nicht stimmt oder dass es gelogen ist. Antworten habe ich auch schon bekommen, aber meistens lasse ich es dann einfach.

Meine Eltern haben eine Regel aufgestellt: Ich darf zweieinhalb Stunden pro Tag am Handy sein, egal was ich mache. Am Ende der Woche schauen sie meine Bildschirmzeit an. Manchmal schauen sie auch, welche Apps ich installiert habe und was so auf meinem Handy ist. Wenn ich zu lange am Handy war, habe ich in der nächsten Woche weniger Zeit.

Eigentlich finde ich das gar nicht so schlecht, auch wenn es manchmal nervt. Ohne diese Regel wäre ich wahrscheinlich viel länger am Handy, vielleicht vier Stunden am Tag. Apps, die etwas blockieren, habe ich aber nicht. Meine Eltern schauen einfach ab und zu mit mir zusammen an, was ich auf Instagram anschaue.

Handy: Elijah hat zu Hause klare Regeln.
«In der Schule müssen wir die Handys abgeben oder zuhause lassen. Das finde ich eigentlich gut, weil sonst wahrscheinlich alle nur noch am Handy wären oder Seich machen», sagt Elijah.

Manchmal passiert es mir beim Scrollen schon, dass ich merke: Eigentlich wollte ich etwas anderes machen, aber ich schaue einfach weiter Videos. Dann lege ich das Handy weg und gehe zum Beispiel raus zu Kollegen, wenn ich etwas mache wie «Skigibeln» fällt es mir nicht schwer, das Handy wegzulegen.

Wenn wir Fussball spielen, habe ich das Handy zwar in der Jackentasche, aber ich brauche es dann gar nicht mehr. In der Schule müssen wir die Handys abgeben oder zuhause lassen. Das finde ich eigentlich gut, weil sonst wahrscheinlich alle nur noch am Handy wären oder Seich machen.

Es ist auch schon passiert, dass ich mit dem Handy in der Hand eingeschlafen bin.

Bei den Hausaufgaben passiert es mir schon manchmal, dass das Handy neben mir liegt und ich plötzlich kurz drauf gehe. Abends bin ich manchmal noch ein bisschen am Handy oder ich höre einen Podcast zum Einschlafen.

Es ist auch schon passiert, dass ich mit dem Handy in der Hand eingeschlafen bin. Social Media nutze ich manchmal auch einfach, um mich abzulenken, wenn ich gerade keine Lust auf etwas anderes habe. Aber wenn meine Bildschirmzeit aufgebraucht ist, bin ich manchmal zwar kurz genervt – und gleichzeitig auch froh, dass ich dann nicht mehr am Handy bin.