Herr Wolter, was können Eltern machen, die befürchten, dass KI ihren Kindern schadet?
Eltern müssen sich mit der neuen Technik befassen. Ich bemerke oft einen Ausdruck von Hilflosigkeit bei Eltern und Lehrpersonen. Das mag auch daran liegen, dass sie sich bedroht fühlen, am Arbeitsplatz ersetzt zu werden. Dabei habe ich nur eine Chance gegen die KI, wenn ich weiss, was sie kann und wie man sie nutzt.
In der Schule sollte KI von Anfang an eingesetzt werden, um Kompetenzen für alle erreichbar zu machen.
Verbote bringen also nichts?
Man kann das Rad nicht zurückdrehen, indem man den Kindern verbietet, digital unterwegs zu sein. Man muss stattdessen wissen, wie man ihnen einen positiven und produktiven Umgang mit der Technologie näherbringen kann. Und man muss sie dabei begleiten. Eltern, die mit Verboten das Problem lösen wollen, werden voll gegen die Wand laufen. Denn Kinder werden immer eine Möglichkeit finden, diese Technik zu nutzen.

Bis zu welchem Alter sollten Eltern denn ihre Kinder von neuer Technik wie KI fernhalten?
Wir müssen hier unser Mindset ändern. Man sollte von Tag eins in der Schule Sequenzen einbauen, in der mit Technik gelernt wird. Allein schon für die Chancengleichheit – denn nicht alle Kinder haben zu Hause Zugänge zur technischen Infrastruktur. Das muss wohldosiert passieren. Und man sollte da auch keine Angst haben: Künstlerische oder sportliche, ganz analoge Phasen sind ja ohnehin im Lehrplan vorgesehen. Es geht darum, Technologie einzusetzen, um Kompetenzen für alle erreichbar zu machen.






