Ich habe in den letzten drei Jahren an drei verschiedenen Schulen in zwei Ländern gelebt. Dadurch habe ich viele verschiedene Freundschaften erlebt und gelernt, wie unterschiedlich Menschen miteinander umgehen.
Nach der Primarschule in Zürich war ich vier Jahre in Köln auf einem Gymnasium. Seit letztem Sommer besuche ich nun das Internat am Bodensee. Es ist ein recht internationales Umfeld, meine Mitschülerinnen und Mitschüler kommen zum Beispiel aus Brasilien, Schweden, Russland und Österreich.
Ich fühle mich sehr wohl hier und habe schnell Freunde gefunden. Aber ich unterscheide schon zwischen «Freunden» und «besten Freunden». Richtig gute Freundschaften brauchen Zeit, sich zu entwickeln. Ich habe drei beste Freundinnen – eine in Köln und zwei in Zürich. Meine Zürcher Freundinnen kenne ich seit der Primarschule.
Was für mich eine gute Freundschaft ausmacht? Wenn man nicht jeden Tag Kontakt haben muss, aber das Gefühl der Verbundenheit trotzdem gleich wieder da ist, wenn man sich sieht. Und dass man ehrlich miteinander ist und einander vertrauen kann. Einer besten Freundin erzähle ich auch viel mehr als Freunden aus der Schule.
Bevor ich ewig auf eine Antwort meiner Eltern warte, rufe ich lieber an.
Mit meinen besten Freundinnen schicke ich Audios hin und her und Reels von Tiktok oder Instagram. Manchmal auch Snaps. Aber eigentlich mag ich Whatsapp lieber. Snapchat habe ich nur, weil das so viele nutzen. Wenn ich mit meinen Zürcher Freundinnen schreibe, dann immer auf Mundart. Denn Schweizerdeutsch vermisse ich hier am meisten.
Insgesamt verschicke ich vor allem Audios und telefoniere so gut wie gar nicht. Wobei – das stimmt nicht ganz. Abends telefoniere ich manchmal mit meinen besten Freundinnen. Und natürlich mit meinen Eltern. Diese sind nämlich nicht so schnell im Antworten und schreiben so langsam. Bevor ich da ewig auf eine Antwort warte, rufe ich lieber an.
Auch für den Kontakt zu Freunden hier im Internat ist das Handy wichtig. Ich würde nie einfach zu jemandem aufs Zimmer gehen, sondern schreibe vorher immer kurz eine Nachricht.
Was ich auch gelernt habe: Freundschaften auf Entfernung haben Vorteile. Weil man die Person viel mehr zu schätzen weiss, wenn man sie tatsächlich sieht. Die Zeit, die man dann zusammen verbringt, ist irgendwie intensiver.
Und ich weiss auch aus eigener Erfahrung, wie sich Freundschaften verändern und was es bedeutet, Kontakte zu pflegen. So habe ich nach jedem Umzug gemerkt, wem wirklich etwas an mir liegt – und natürlich auch umgekehrt. Der Freundeskreis sortiert sich sozusagen automatisch. Man kann sich dann auf die Menschen konzentrieren, die für einen wirklich wichtig sind.







