Herr Kesselbach, worum geht es bei Jugendblick.ch?
Die Plattform ist ein Elternratgeber für mehr Jugendschutz auf Social Media. Sie startete als Maturaarbeit und ist heute unser Herzensprojekt. Maxim Boric und ich sind beide 19 und täglich auf Instagram, Youtube, Snapchat oder Tiktok unterwegs. Wir wissen, was Kinder dort zu sehen kriegen. Und fragen uns: Sind sich auch Eltern darüber im Klaren? Je älter wir wurden, desto mehr gab uns zu denken, womit wir da konfrontiert waren.

Vieles hat uns schockiert oder beschäftigt. Dinge, von denen Eltern nichts wissen, weil sie anders aufgewachsen sind. Wir möchten, dass Eltern verstehen, was ihre Kinder online erleben, und mit ihnen darüber sprechen können. Wir glauben, dass Gespräche mehr bewirken als Verbote und dass informierte Eltern Kindern die besten Begleiter sind.
Was bieten Sie Eltern?
Sie sollen nicht stundenlang recherchieren müssen, worauf es im Umgang ihrer Kinder mit Social Media ankommt. Jugendblick bündelt alle Informationen, die Eltern dazu brauchen. Nicht mit trockenen Studien, sondern praktisch und verständlich. Wir erklären, wie diese Plattformen funktionieren, wo Chancen und Risiken liegen, und fassen die wichtigsten Aspekte in Kürze zusammen. Und es gibt Tipps mit Anleitungen, wie Eltern Kinder auf der jeweiligen Plattform wirksamer schützen können.
Kinder und Jugendliche werden täglich mit sexualisierten Inhalten konfrontiert, ohne es bewusst wahrzunehmen. Das prägt ihr Denken, ihr Verhalten, ihr Selbstbild.
Warum steht dabei das Thema Übersexualisierung im Fokus?
Nichts erzeugt mehr Aufmerksamkeit als sexuelle Reize, besonders auf Social Media. Durch Algorithmen werden Inhalte, die viel Aufmerksamkeit erregen, bevorzugt angezeigt. Sexualisierter Content bekommt also mehr Klicks, wird deshalb häufiger angezeigt und erhält dann noch mehr Klicks. Das nutzen Influencer und Unternehmen aus.
So wirken sexuell aufgeladene Inhalte heute so gewöhnlich wie Kochvideos. Kinder und Jugendliche werden täglich mit ihnen konfrontiert, ohne es bewusst wahrzunehmen. Das prägt ihr Denken, ihr Verhalten, ihr Selbstbild. Sie entwickeln verzerrte Vorstellungen von Körper, Sexualität und Beziehungen und der Vergleich mit solchen Idealen erzeugt Druck, Unsicherheit und ein negatives Körperbild.
Weitere Infos finden Sie unter jugendblick.ch





