«Berufswahl bereits in der 7. Klasse war ein Schock»

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Zuhra Naseem, 18, aus Oftringen AG war überrascht, als sie sich kurz nach ihrer Einwanderung aus Irland bereits mit der Berufswahl auseinandersetzen musste. Heute ist sie im 2. Lehrjahr als Laborantin Fachrichtung Chemie EFZ.
Aufgezeichnet von Susanna Valentin

Bild: Gabi Vogt / 13 Photo

Der Schock war gross, als ich mit meiner Familie aus Irland in die Schweiz einwanderte. Ich war fast 13, sprach kein Deutsch und wurde in der 7. Klasse direkt in den Berufswahlprozess geworfen. Ich war total überfordert. In Irland folgen nach acht Jahren Primarschule fünf oder sechs Jahre Sekundarschule, danach steigt man ins Berufsleben ein oder beginnt ein Studium.

Dass ich mich hier so früh für einen Beruf entscheiden muss, war auch meinen Eltern nicht bewusst. Zum Glück war ich in meiner Familie schon immer vom Thema Chemie umgeben. Meine Eltern arbeiten in der Chemiebranche, meine Tanten und Onkel ebenfalls. Schon als kleines Mädchen schnappte ich an Familienfeiern Gespräche über Chemie auf, was mein Interesse weckte.

Beim Bewerbungsgespräch lief nicht alles nach Plan. Ich landete am falschen Standort.

Nach meinem 10. Schuljahr, in dem ich weiter an meinem Deutsch feilen konnte, gab ich beim Multicheck-Test mein Bestes. So erarbeitete ich mir Schritt für Schritt die Voraussetzungen, um mich als Laborantin Fachrichtung Chemie EFZ zu bewerben.

Eine zweite Chance

Eigentlich hatte ich bereits die Zusage eines Chemiekonzerns, als ich zusätzlich die Chance bekam, mich bei Roche vorzustellen – jenem Unternehmen, dessen Türme mich bereits bei unserer Einreise in Basel beeindruckt haben. Für mich war sofort klar: Da will ich hin.

Beim Bewerbungsgespräch lief jedoch nicht alles nach Plan: Ich landete zuerst am falschen Standort. Was für ein Desaster! Ich war überzeugt, alles verspielt zu haben. Zum Glück erhielt ich eine zweite Chance. Beim zweiten Termin war ich eine Stunde zu früh vor Ort – und besser vorbereitet als je zuvor. Als ich schliesslich die Zusage erhielt, fühlte es sich an, als würde ich vor Glück schweben.