Schon während der Schulzeit am Gymi gab ich nebenbei Reitstunden. Ich mag die Arbeit mit Kindern, deshalb startete ich nach der Matura an der Pädagogischen Hochschule. Lehrerin zu werden, schien mir eine gute Option. Nach einem halben Jahr war mir jedoch klar: Kinder sind toll, aber die Tiere fehlen mir.
Meine Familie hat nichts mit Pferden am Hut, aber ich war schon immer Feuer und Flamme für diese grossen, ruhigen Wesen. Wenn irgendwo Kinderreiten angeboten wurde, verdrehten meine Eltern sofort die Augen. Sie wussten, sie würden warten müssen, bis ich wieder vom Pferd stieg. Auch in unseren Ferien mit dem Wohnmobil war Reiten stets ein Thema.
Nach dem Abbruch des Studiums an der PH wollte ich meiner Leidenschaft nachgehen und sah mich nach Ausbildungsplätzen um. Ich schnupperte an Orten, an denen Spring- und Dressurreiten im Vordergrund standen. Diese Sparte passte aber nicht zu mir und meinen Zielen.
Leider ist es schwierig, als Pferdefachfrau den Lebensunterhalt zu bestreiten, wenn man keinen eigenen Hof hat.
Dann entdeckte ich die Anzeige meiner jetzigen Chefin im Internet. Sie suchte nach einigen Jahren ohne Lernende wieder eine Auszubildende zur Pferdefachfrau auf dem Hof, auf dem ich selbst Reiten gelernt hatte. Ich rief sofort an, durfte schnuppern und bekam die Stelle.
An meinem Beruf gefällt mir alles, es gibt keine Sekunde, in der ich mich zu etwas überwinden muss. Ich darf dabei helfen, Berittpferde auszubilden, Reitstunden geben und mich um die Tierpflege kümmern.
Leider ist es schwierig, als Pferdefachfrau den Lebensunterhalt zu bestreiten, wenn man keinen eigenen Hof hat. Deshalb überlege ich, wie ich meine Ausbildung weiter kombinieren könnte. Veterinärmedizin, heilpädagogisches Reiten oder eine Weiterbildung für Hufpflege: Es gibt viele Möglichkeiten, wie ich auch zukünftig mit Pferden arbeiten kann.






