«Unkomplizierte Hilfe für belastete Jugendliche»

Aus Ausgabe
02 / Februar 2026
Lesedauer: 2 min

«Unkomplizierte Hilfe für belastete Jugendliche»

Die Online-Plattform Caremeleon bietet Jugendlichen mit psychischer Belastung professionelle Hilfe. Mitgründerin Janine Rudari erklärt, wie es funktioniert.
Interview: Virginia Nolan

Bild: Getty Images

Frau Rudari, wer steht hinter ­Caremeleon?

Zwei Sozialpädagoginnen und eine Pflegefachfrau mit Weiterbildungen im Bereich Verhaltens- und Traumatherapie. Wir arbeiten seit vielen Jahren gemeinsam auf einer Psychotherapiestation für Jugendliche. Mit Caremeleon möchten wir eine Anlaufstelle schaffen, die Heranwachsende auffängt, bevor sie ein psychiatrisches ­Störungsbild entwickeln, und ihnen eine professionelle Begleitung anbietet.

Janine Rudari ist Sozialpädagogin und Mitgründerin von Caremeleon.

Das Programm «Zäme unterwegs» setzt dafür auf eine Online-Community. Wer ist angesprochen?

Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren, die psychisch eine schwierige Zeit erleben. Sei es, weil sie sich überfordert, unverstanden oder einsam fühlen, weil sie familiäre Konflikte oder emotionale Probleme haben oder anderweitig nicht klarkommen. Es muss keine Diagnose vorhanden sein. Bei uns ist richtig, wer sich unkomplizierte professionelle Hilfe wünscht und Lust hat, Gleichgesinnte kennenzulernen, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam an persönlichen Zielen arbeiten wollen.

Der Umgang mit schwierigen Gefühlen und Beziehungen sowie damit verbundene Strategien sind zentrale Themen bei uns.

Wie funktioniert so eine Community?

Bei den wöchentlichen Zoom-Calls, die wir anbieten möchten, geben wir Fachpersonen thematische Inputs und moderieren den Austausch, damit ein vertrauensvoller Raum entsteht. Die Inhalte richten sich nach den Jugendlichen: Wo stehen sie gerade, was beschäftigt sie? Wie gehen sie damit um, was hilft anderen in solchen Momenten?

Zentrale Themen werden sicher der Umgang mit schwierigen Gefühlen und Beziehungen sein sowie damit verbundene Strategien. Auch über Verantwortung – anderen und sich selbst gegenüber – möchten wir sprechen: Was können Jugendliche etwa tun, wenn sie mit Selbstverletzung oder Suizidgedanken konfrontiert sind?

Auf einer Online-Plattform finden Mitglieder zudem dreimal wöchentlich kurze Impulse und einfache Übungen zu Themen wie Selbstfürsorge oder Emotionsregulation. Jugendliche dürfen auch ohne Kamera am Call teilnehmen und passiv konsumieren – aber nicht anonym. Voraussetzung zur Teilnahme ist ein Online-Kennenlerngespräch mit uns.

Weitere Infos:

  • Hier geht es direkt zur Website Caremeleon.
  • Kosten: 50 Fr. pro Monat.
  • Ziel der Gründerinnen ist es, «Zäme unterwegs» dank Spendenbeiträgen langfristig kostenlos anbieten zu können.