Medienerziehung

Neue 3-6-9-12-Empfehlung für Bildschirmzeit

Als der Psychoanalytiker Serge Tisseron im Jahre 2008 die 3-6-9-12-Regel erfand, die die Bildschirmzeit in bestimmten Altersstufen limitieren sollte, hat er noch an den Fernseher gedacht. Seine aktualisierten Regeln sind weniger strikt, weil Bildschirme im Familienalltag omnipräsent sind.
Text: Bianca Fritz
Bild: Kostas Maros  / 13 Photo
Weg von konkreten Vorgaben, hin zu generellen Empfehlungen für diverse Alterstufen. Das ist die Richtung, die der Experte Serge Tisseron heute einschlägt. In allen Altersstufen gilt als Empfehlung: Programme gemeinsam wählen und sich dabei an Altersempfehlungen orientieren. ­Bild­schirm­zeit beschränken, über das Erlebte sprechen und die eigenen Kreationen der Kinder fördern. «Wir müssen das enorme kreative und interaktive Potentioal berücksichtigen, dass die digitalen Medien heute haben», sagte Tisseron unserem Magazin.

Weitere Empfehlungen nach Altersstufen

  • 0 bis 3 Jahre: Spielen und sprechen Sie mit dem Kind, schalten sie den TV aus, wenn das Kind im Raum ist. Digitale Tools sollten Kleinkinder nur in Begleitung nutzen – geben Sie diese nicht aus der Hand.

  • 3 bis 6 Jahre: Beschränken Sie die Bildschirmzeit, nutzen Sie Medien gemeinsam und sprechen Sie in der Familie über das Gesehene. Kein Bildschirm zu Essenszeiten, vor dem Einschlafen oder um das Kind zu beruhigen.

  • 6 bis 9 Jahre: Verwenden Sie Bildschirme kreativ und erklären Sie Ihrem Kind das Internet. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was ins Internet gehört, dass Daten dort nie ganz gelöscht werden und warum man nicht alles glauben darf, was man sieht. Zugriff auf Bildschirmmedien weiterhin zeitlich und auch örtlich beschränken. Im Schlafzimmer und Kinderzimmer haben Tablet, TV und PC nichts ­verloren.

  • 9 bis 12 Jahre: Diskutieren Sie gemeinsam, ab wann ein eigenes Mobiltelefon Sinn ergibt. Entscheiden Sie, ob es sich empfiehlt, dass Kind online noch zu begleiten, und sprechen Sie mit dem Kind über das, was es online sieht und tut.

  • Ab 12 Jahren: Bleiben Sie verfügbar. Ihr Kind surft allein in dem von ihnen bestimmten Zeitfenster. Sprechen Sie über Downloads, Plagiate, Pornografie, Mobbing und ­Belästigung. Nachts sind WLAN und Handys ausgeschaltet.

Ungekürzte Version der Regeln auf 3-6-9-12.org

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Wie finden Familien einen achtsamen Umgang mit Smartphone & Co., so dass sie dessen Vorteile geniessen können, ohne sich von ihnen abhängig zu machen? Diese Frage steht im Zentrum unseres 25-seitigen Dossiers «Generation Smartphone» in der Ausgabe 10/19. Sie können das Magazin jetzt bestellen.
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