Lukas Heller ist einer von über hundert jungen Menschen, die wir in den letzten zwölf Jahren in unserem Berufswahl-Magazin porträtiert haben. Seit seinem Auftritt ist viel Zeit vergangen. Was macht er heute?
Während ich mich 2018 auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitete, gewann ich einen Gusto-Wettbewerb und erhielt danach eine Einladung, Teil der Schweizer Koch-Nationalmannschaft zu werden. Ich lehnte dankend ab. Mir war klar, dass ich kein Gourmetkoch werden wollte, der sein Leben in der Küche verbringt.
Stattdessen sammelte ich Erfahrungen in verschiedenen Gastbetrieben, in 5-Sterne-Küchen und einem Pistenrestaurant in Grindelwald, wo ich zu Hause bin. Meine Eltern führen dort ein Hotel und eine Lodge. Die Idee, den Betrieb eines Tages zu übernehmen, begann mich zu faszinieren. Deshalb machte ich die Hotelfachschule und absolvierte Praktika im Berner Oberland, in Zermatt und Mexiko.
Ich möchte die Berufe in der Gastronomie, vor allem in der Küche, so weiterentwickeln, dass sie attraktiv bleiben und eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben erlauben.
Als Diplomarbeit schrieb ich einen Businessplan für ein Restaurant in Grindelwald, das zum Verkauf stand. Meine Eltern und ich entschieden in der Zeit, dass wir es kaufen und dass ich es nach der Übernahme führen würde. Seit zwei Jahren setze ich meine Ideen im Restaurant Basecamp um und entwickle dessen Konzept weiter. Es läuft richtig gut; wir mussten sogar die Küche und die Lagerfläche vergrössern.
Spannender Umbau
Der Umbau war sehr spannend, meine Erfahrung als Koch hat mir sehr geholfen. Ich bin Geschäftsführer, arbeite als eingeplante Arbeitskraft im Service mit und kann auch in der Küche übernehmen, wenn jemand ausfällt. Daneben bin ich Teil des Managements unseres Familienbetriebs, dem das Hotel Eiger und die Eiger Lodge gehören.
Mir ist es ein besonderes Anliegen, die Berufe in der Gastronomie, vor allem in der Küche, so weiterzuentwickeln, dass sie attraktiv bleiben und eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben erlauben. In fünf bis sechs Jahren wollen sich meine Eltern langsam aus ihrem Geschäft zurückziehen. Ich kann mir gut vorstellen, den Betrieb dann zu übernehmen. Davor will ich mir aber noch eine Auszeit nehmen und eine Weltreise machen.






