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«Der Garten vermittelt globale Themen lokal»

Aus Ausgabe
04 / April 2026
Lesedauer: 2 min
In der Gemüse-Ackerdemie bewirtschaften Klassen ihren eigenen Schulgarten. Gründerin Simone Nägeli erklärt, wie es funktioniert.
Interview: Virginia Nolan

Bild: Adobe Stock

Frau Nägeli, was hat es mit der ­«Gemüse-Ackerdemie» auf sich?

Es handelt sich um ein Bildungsprogramm für die erste bis sechste Primarstufe, in dessen Rahmen Klassen ihren eigenen Schulgarten bewirtschaften. Unser Team begleitet Lehrpersonen und Kinder dabei, und zwar vom Spatenstich bis zur Ernte. Wir liefern Saat- und Pflanzgut, unterstützen die Klassen bei der Pflanzung vor Ort und stehen ihnen das ganze Jahr über mit Rat und Tat zur Seite.

Simone Nägeli Gründerin der Gemüse-Ackerdemie
Simone Nägeli ist Co-Geschäftsleiterin und Gründerin von Acker Schweiz.

Mitmachen setzt nicht zwingend gärtnerisches Vorwissen voraus. Denn Lehrpersonen, die mit ihren Klassen einen Schulgarten ins Leben rufen möchten, bereiten wir an drei Basisfort­bildungen à je zwei bis drei Stunden auf diese Aufgabe vor – online.

Worum geht es nebst Gärtnern ­inhaltlich?

Unsere digitale Lernplattform bietet Schulen Hintergrundwissen, Video-Tutorials und umfangreiche Unterrichtsmaterialien, die wir gemäss Prinzipien der «Bildung für nachhaltige Entwicklung» entwickelt haben. Der Schulacker ist der ideale Ort, um globale Zusammenhänge zu Wasser, Bio­diversität oder unserem Konsumverhalten lokal zu vermitteln.

Es gibt kaum einen Raum, der Lernen auf so vielfältige Art ermöglicht.

Die Arbeit auf dem Acker und damit verbundene Lerninhalte decken etliche Lernziele im Fach Natur, Mensch, Gesellschaft ab. Auch in Mathe oder Sprachfächern bietet es sich an, auf den Acker zu gehen, wenn etwa Pflanz­abstände berechnet werden müssen oder über Aktivitäten Journal geführt wird. Es gibt kaum einen Raum, der Lernen auf so vielfältige Art ermöglicht.

Was müssen Schulen dafür mitbringen?

20 bis 30 Quadratmeter Fläche wären das Mininum, wir empfehlen zwei bis drei Quadratmeter pro Kind. Wir haben aber auch schon auf Kleinstflächen von 10 Quadratmetern Schulgärten angelegt. Fast überall gibt es einen Grünstreifen, der sich umfunktionieren lässt. Acker-Schulen zahlen einen Unkostenbeitrag, der sich nach ihren finanziellen Möglichkeiten richtet, zur Not springen unsere Partner ein.

Von April bis Oktober sollten Lehrpersonen rund zwei Lektionen pro Woche auf dem Acker einplanen. Ein wöchentlicher Newsletter informiert darüber, was wann zu tun ist, und bei den Pflanzungen sind wir vor Ort.

Weitere Infos: acker.co/gemueseackerdemie