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Schulfrust?

Episode 3: Der Hase wird gemobbt. Ein Video zur Prävention.

Die Stimmung in der Klasse von Hase und Biber spitzt sich zu. Was anfangs noch wie ein harmloser Streich aussah, entpuppt sich als Mobbing. Die dritte Episode der Serie «Gemeinsam sind wir Klasse» soll Lehrpersonen unterstützen, Mobbing in der Klasse zu thematisieren. 

Mithilfe des Films sollen die Kinder für die Thematik sensibilisiert werden. Sie sollen erkennen, wann aus harmlosen Streichen Mobbing wird und wie man in solch einer Situation reagieren kann. Die Kinder können gebeten werden, ein bestimmtes Tier zu beobachten und sich Gedanken darüber zu machen, warum es sich so verhält. Anschliessend kann darüber diskutiert werden, welche Beweggründe die einzelnen Tiere haben und wie jedes dazu beitragen könnte, das Mobbing zu beenden. 

Anleitung zur Videonutzung für Lehrpersonen:

 Liebe Lehrerin, lieber Lehrer

Mobbing ist an Schulen ein häufiges und ernstzunehmendes Problem. Als Lehrperson möchten Sie, dass jedes Kind ohne Angst zur Schule kommen kann und sich in der Klasse wohl fühlt. Dies zu erreichen ist jedoch alles andere als einfach!

Es ist schwierig...

  • Mobbing zu erkennen
  • Mobbing von normalen Konflikten zu unterscheiden
  • So auf Mobbing zu reagieren, dass sich die Situation für das gemobbte Kind tatsächlich verändert

Aus diesem Grund wäre es hilfreich, Mobbing präventiv anzugehen. Dabei ist es wertvoll, wenn die Schülerinnen und Schüler...

  • Den Unterschied zwischen Konflikten und Mobbing kennen.
  • Sich in gemobbte Kinder einfühlen können, erkennen, wie schlimm Mobbing für betroffene Kinder ist... 
  • ...sich daher gegen Mobbing aussprechen bzw. bei entsprechenden Aktionen nicht mitmachen.
  • Wissen, wie sie reagieren können, wenn sie oder andere Kinder gemobbt werden.

Der Kurzfilm «Mobbing in der Schule: Der Hase wird gemobbt» soll Sie dabei unterstützen, an diesen Zielen zu arbeiten und dieses sensible Thema mit ihrer Klasse zu besprechen. Das zentrale Element der Prävention ist dabei nicht der Film, sondern die Diskussionen unter den Schülern, die Sie mit Hilfe des Filmes anregen können. Und so können Sie dabei vorgehen:

  1. Vor dem Abspielen des Films teilen Sie allen Schülerinnen und Schülern eine der Rollenkarten aus, die Sie hier als PDF downloaden können.
  2. Geben Sie den Schülern die folgende Aufgabe: «Ich zeige euch gleich einen kurzen Film. Konzentriert euch bitte auf das Tier auf eurer Karte und überlegt euch, wie sich dieses Tier fühlt.» (Vorsicht: Falls Sie wissen oder den Verdacht haben, dass ein Kind Ihrer Klasse gemobbt wird, sollte dieses nicht die Hasen-Karte erhalten!)
  3. Nach dem Film arbeiten die Schülerinnen und Schüler  in Gruppen, wobei die Gruppenzuteilung aufgrund der Karten erfolgt: Alle Hasen, Füchsinnen, Eichhörnchen, Biber und Bären bilden jeweils eine Gruppe und besprechen, wie sich ihr Tier während des Films gefühlt hat. 
  4. Für den nächsten Schritt werden die Gruppen neu gemischt. Dabei gehen in jede Gruppe jeweils eine Füchsin, ein Eichhörnchen, ein Bär, ein Biber und ein Fuchs. In dieser Gruppe besprechen die Schülerinnen und Schüler, was getan werden könnte, damit es dem Hasen wieder besser geht. 

Was sind die Lernziele?

Die Schülerinnen und Schüler können Folgendes aus dem Film lernen:

Was ist Mobbing?

Konflikte oder auch mal eine Prügelei gehören zum Schulalltag. Mobbing unterscheidet sich davon in mehrfacher Hinsicht:

  • Es gibt ein Macht-Ungleichgewicht: Eine Gruppe geht systematisch und über längere Zeit auf ein einzelnes Kind los, das sich nicht wehren kann.
  • Viele Aktionen wirken harmlos oder sogar witzig. Für die Betroffenen ist es jedoch schlimm, weil sie regelmässig stattfinden und signalisieren: Wir mögen dich (nicht mehr), du gehörst nicht dazu!
  • Egal, was das gemobbte Kind tut: Die Gruppe legt es so aus, dass das Kind sich nicht aus der Situation befreien kann: Wenn es so tut, als wäre nichts, gilt es als Feigling. Wenn es sich wehrt, rächen sich die anderen. Wenn es die Vorfälle der Lehrerin meldet, beschimpfen es die anderen als Petze. 

Wie entwickelt sich Mobbing?

Mobbing kann sich sehr unterschiedlich entwickeln. Im Film entsteht die Situation aus einem zunächst harmlosen Streich heraus. Es entwickelt sich eine Eigendynamik, die die Tiere nicht durchschauen können.

Wie soll man bei Mobbing reagieren?

Der Film soll zeigen, dass es bei Mobbing nicht einfach Täter und Opfer gibt. Stattdessen nehmen die Tiere verschiedene Rollen ein.

  • Die Füchsin ist eine Akteurin – sie plant die Aktionen und stachelt die anderen zum Mitmachen an.
  • Das Eichhörnchen macht bereitwillig mit. Wahrscheinlich auch, um der Füchsin zu gefallen.
  • Dem Bär ist es sehr unwohl. Er möchte gerne helfen, getraut sich aber nicht.
  • Der Biber hilft dem Hasen, indem er ihn verteidigt und sich schliesslich Unterstützung holt.
  • Der Wolf macht nicht aktiv mit, lacht aber bei Streichen mit und bestärkt so die Füchsin und den Waschbären in ihren Aktionen.
  • Die Eule versucht sich rauszuhalten. Vielleicht, um nicht selbst zur Zielscheibe zu werden.

Die Kinder sollen verstehen, dass die Füchsin nur so handeln kann, weil die anderen Tiere sie darin unterstützen, mitlachen oder wegschauen. Sie sollen bei der Lösungsfindung auch entdecken, dass jedes Tier dem Hasen helfen könnte, wenn es Verantwortung übernimmt.

 
Wie gehe ich vor, wenn in meiner Klasse gemobbt wird?

Wichtig: Auch wenn in Ihrer Klasse aktuell ein Kind gemobbt wird, bleiben Sie bei diesem Ansatz bei der Arbeit mit den Tieren. 

Wenn Sie die Situation in der Klasse ansprechen, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Schülerinnen und Schüler in die Defensive gehen, sich für ihr Verhalten rechtfertigen und nicht mehr gewillt sind, sich in das betroffene Kind einzufühlen und Lösungen zu entwickeln. 

Vertrauen Sie darauf, dass die Klasse das Gelernte auf die eigene Situation übertragen wird und beobachten Sie die Situation weiter. 

Nutzen Sie eine andere Strategie, sofern sich in den nächsten zwei Wochen nichts ändert. Gerne raten wir Ihnen in diesem Fall, alleine oder gemeinsam mit dem oder der Schulsozialarbeiter/in den «No Blame Approach» durchzuführen. Diesen haben wir HIER Link beschrieben.

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