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«Ich wäre früher auch gerne in eine solche Schule gegangen»

Lesedauer: 2 min
Laurence Vegas Söhne Alessandro, 9, und Rafael, 7, besuchen die Tagesschule Zug. Die alleinerziehende Juristin, 41, musste anfangs um den Schulplatz kämpfen.
Aufgezeichnet von Bettina Leinenbach

Bild: Salvatore Vinci / 13 Photo

Ich war vor drei Jahren an einer Informationsveranstaltung der Tagesschule Zug. Obwohl ich aus meinem Umfeld viel Positives gehört hatte, wollte ich mir die Einrichtung selbst anschauen. Ich suchte damals einen Platz für meinen älteren Sohn Alessandro, der eingeschult werden sollte.

Während ich durch die Flure des alten Gebäudes schlenderte, läutete es zur Pause. Plötzlich waren da all diese Kinder, ein bunter Haufen. Sie plapperten und lachten, als sie Richtung Hof strömten. Und ich stand mittendrin.

Obwohl ich viel um die Ohren habe, bringe ich mich wie viele andere Eltern auch in der Tagesschule ein.

Die Atmosphäre war so familiär und entspannt. Das gefiel mir sehr. Später stellte ich den Lehrpersonen dann noch all die Fragen, die ich mir daheim notiert hatte. Kleine Klassen, eine überschaubare Schülerzahl, eine gute Ausstattung und ein sympathisches Team – an der Tagesschule Zug war alles so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Was für eine Erleichterung.

Ich bin allein­erziehend und beruflich stark eingespannt. Obwohl mich meine Eltern unterstützen, ist es nicht einfach, unseren Alltag zu organisieren. Das Motivationsschreiben, mit dem wir uns um einen Platz für Alessandro bewarben, war jedenfalls schnell geschrieben. Umso grösser war der Schock, als uns ein paar Wochen später eine Absage ins Haus flatterte. 25 Familien hatten sich um 5 freie Plätze beworben.

Endlich einen Platz an der Tagesschule erhalten

Als meine Mutter wenig später er­neut an Krebs erkrankte, rief ich in der Schule an. Es war eine Verzweiflungstat, der Griff nach dem sprichwörtlichen Strohhalm. Dieses Mal war das Glück auf unserer Seite. Eine andere Familie war kurzfristig abgesprungen, mein Grosser konnte den Platz übernehmen.

Mittlerweile geht er in die dritte, mein zweiter Sohn Rafael in die erste Klasse. Beim zweiten Mal ging es leichter, Geschwisterkinder haben Vorrang. Obwohl ich nach wie vor viel um die Ohren habe, bringe ich mich so wie viele andere Eltern auch in der Tagesschule ein.

So helfe ich alle zwei Wochen beim gemeinsamen Mittagessen aus. Ausserdem engagiere ich mich in der Eltern-Lehrer-Gruppe. Klingt es kitschig, wenn ich sage, dass ich früher auch gerne in so eine Schule gegangen wäre?