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Arztbesuch

Baustelle Gebiss – alles über Zahnspangen

Gekippt, gedreht, mit Lücke, Unter- oder Überbiss – wenn Zähne schief stehen oder die Kiefer nicht optimal aufeinanderpassen, kann die Behandlung mit einer Zahnspange helfen. Zwar ist die Therapie grundsätzlich in jedem Alter möglich, doch wird sie während der Zeit des späten Zahnwechsels – etwa um das zehnte Lebensjahr – besonders empfohlen.
Text: Anja Lang
Elenas Milchzähne sehen eigentlich perfekt aus – strahlend weiss, ebenmässig gewachsen und nicht die kleinste Lücke zwischen den Zähnen. Der Hinweis des Zahnarztes, dass Elena einmal eine Zahnspange brauchen wird, kommt für die Eltern der Sechsjährigen völlig unerwartet. «Gerade wenn das Milchzahngebiss vermeintlich makellos erscheint, fallen die Eltern meist aus allen Wolken, wenn sie hören, dass ihr Kind eine Zahnspange benötigen wird», sagt Dr. Claudius Wiedmer, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie und Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Kieferorthopädie (SGK). «Doch was aktuell schön aussieht, kann später massive Probleme bereiten. Denn ein Milchzahngebiss ohne Lücken bietet schlicht zu wenig Platz für die nachfolgenden viel grösseren Zähne, die dann meist verstellt und schief herauskommen.»
Viele Krankenkassen schreiben
einen Behandlungsstart vor
dem 16. Lebensjahr vor – und
verweigern sonst die Leistung.
Der Kieferengstand ist nur einer von vielen Gründen, warum eine Zahnspangenbehandlung nötig werden kann. So können Zähne auch zu weit auseinanderstehen, verdreht oder gekippt sein oder auch ganz fehlen. Die Zähne können im Biss nicht optimal zueinander stehen, sich nicht treffen, überlappen oder nur  streifen.

Auch kann die Kieferform oder die Lage von Ober- und Unterkiefer nicht zueinander passen. «Je nachdem, welche Fehlstellung vorliegt, spricht man dann vom Über-, Unter-, Tief-, Vor-, Kreuz- oder auch offenen Biss», erklärt Wiedmer. Diese Fehlstellungen sind häufig genetisch bedingt. «Von Natur aus haben nur die wenigsten ein perfektes Gebiss», weiss Wiedmer. Manche Fehlstellungen sind aber auch hausgemacht. «So kann ständiges Nuckeln an Nuschi, Nuggi oder Daumen bei Kleinkindern den Kiefer verformen und sollte spätestens mit drei bis vier Jahren beendet werden », mahnt Wiedmer.

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1 Kommentar

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Von Sabine am 03.09.2018 08:10

In der Schweiz wird zumindest ein Teil der kieferorthopädischen Behandlung auch durch eine allgemeine Zusatzversicherung abgedeckt. Bei uns sind es 75 %. Diese schliesst man am besten schon vor der Geburt des Kindes ab. Die Zahzusatzversicherung ist oft teurer.

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