Unsere Bücher-Tipps
Familienleben

Unsere Bücher-Tipps zum Vorlesen

Ich lese, also bin ich. Nun, fast. Doch für die kindliche Entwicklung und die familiäre Bindung sind Vorlesen und selber Lesen elementar. Aus Redaktion und Verlag stellen wir Ihnen unsere liebsten Bücher vor. 
Redaktion: Florina Schwander
Bild: Rawpixel

Nik Niethammer, Chefredaktor (Sohn 10, Tochter 8 Jahre alt)

Müsste ich eine Sportart nennen, die mich so gar nicht interessiert: es wäre Fussball (und Fliegenfischen). Umso erstaunlicher dünkt mich die Leidenschaft unseres Sohnes für das Spiel mit dem Ball. Anfangs versuchte ich, sanft dagegen zu halten, indem ich unablässig von meiner Leidenschaft, dem Radsport, schwärmte. Was seine Begeisterung für den Fussball nur noch zu verstärken schien. Heute stehe ich regelmässig im Tor und versuche, die immer präziseren Schüsse unseres Juniors abzuwehren. Es ist deshalb wenig verwunderlich, dass unser kleiner Ronaldo Fussballbücher mag. Die 10-teilige Serie «Fussball-Haie» hat es ihm besonders angetan. Es erzählt die Geschichte von Pedro, der nie eingewechselt wird und sich deshalb selber eine Mannschaft sucht. Das Buch richtet sich an alle Fussballfans ab 8 Jahren und wurde 2014 mit dem Titel «Bestes deutschsprachiges Fussball-Kinderbuch» ausgezeichnet. 
Andreas Schlüter, Irene Margil: Spieler gesucht. Fussball-Haie, Band 1 Orell Füssli, Fr. 14.90   Margrit Auer: Die Schule der magischen Tiere. Endlich Ferien. Helene und Karajan. Orell Füssli, Fr. 19.90
Andreas Schlüter, Irene Margil: Spieler gesucht. Fussball-Haie, Band 1
Orell Füssli, Fr. 14.90 

Margrit Auer: Die Schule der magischen Tiere. Endlich Ferien. Helene und Karajan.
Orell Füssli, Fr. 19.90
Unsere Tochter ist genau so eine Leseratte wie ich damals in ihrem Alter. Mit dem feinen Unterschied, dass ich abends mit der Taschenlampe unter der Bettdecke las, während unsere Tochter sich eine Leselampe an den Buchdeckel klemmt. Aktuell verschlingt sie das Buch «Die Schule der magischen Tiere – Endlich Ferien». Ein spannender Ferienkrimi in kurzen Kapiteln – mit einem magischen Kater und vielen anderen magischen Tieren.

Evelin Hartmann, stellvertretende Chefredaktorin ( zwei Töchter, 7 und 4 Jahre alt)

Lotta wäre in den Osterferien gerne nach Mallorca geflogen – und muss stattdessen nach Bayern auf einen Biobauernhof. Mit ihrer Familie versteht sich. Und da erlebt sie so einiges, was unseren Töchtern ganz schön bekannt vorkommt. Denn die beiden, 7 und 4, werden auch jedes Jahr mindestens einmal mit einer Ferienreise in die Heimat ihres Vaters beglückt. Deshalb bestehen sie darauf, dass der gebürtige Bayer «Mein Lotta-Leben. Hier steckt der Wurm drin!» vorliest. «Bitte, bitte, Papa noch einmal die Stelle, du weisst schon!» Begleitet von verzücktem Gegickel und Gekicher setzt der ein zweites, dritte, viertes Mal an: «Ge schleich di mit deina Fletn. De härt si jo schlimma o, wira Schof, des wos vonam Autdo übafahn wird.» 
Alice Pantermüller, Daniela Kohl: Mein Lotta-Leben. Hier steckt der Wurm drin! Arena 2013, 159 Seiten, ca. 15 Fr.   Alexander Steffensmeier: Ein Geburtstagsfest für Lieselotte. FISCHER Sauerländer 2016, 32 Seiten, ca. 27 Fr.
Alice Pantermüller, Daniela Kohl: Mein Lotta-Leben. Hier steckt der Wurm drin! Arena 2013, 159 Seiten, ca. 15 Fr. 

Alexander Steffensmeier: Ein Geburtstagsfest für Lieselotte. FISCHER Sauerländer 2016, 32 Seiten, ca. 27 Fr.
Die Kleine ist absoluter Liselotte-Fan, einer Kuh, die mit ziemlich vielen menschlichen Zügen daherkommt. Meine Tochter liebt es, in die toll gezeichneten Bilder einzutauschen und den witzigen Geschichten zu lauschen. Lieselotte ist auch mir an Herz gewachsen und so freue ich mich über jeden Band, den ich in der Stadtbibliothek entdecke und nach Hause tragen kann. 
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Benjamin Muschg, Leiter Produktion (Tochter 4 Jahre alt)

Es gibt einen erheblichen Warenaustausch zwischen uns und der benachbarten Pestalozzi-Bibliothek. Denn unsere vierjährige Tochter greift bei jedem Besuch allein ihrer spontanen Intuition folgend einen kleinen Berg von Büchern und Hör-CDs aus deren Regalen. Wir Eltern mogeln hie und da ein Werk mit dazu, das uns selbst in der Kindheit etwas bedeutet hat, das uns besonders interessant, schön gestaltet oder pädagogisch wertvoll erscheint. Sie alle werden anschliessend zu Hause konsequent ignoriert. Aus den selbst ausgesuchten anderen würde sich unsere Tochter am liebsten rund um die Uhr vorlesen lassen. Und manchmal passiert es, dass ein Buch zum Dauerbrenner wird. So geschehen mit «Mucker & Rosine» von Kristina Andres. Wir sind mittlerweile im dritten Durchgang des immerhin 165 Seiten starken Kinderromans. 
Kristina Andres: Mucker & Rosine. Beltz & Gelberg 2017, ca. 23.90 Fr.
Kristina Andres: Mucker & Rosine. Beltz & Gelberg 2017, ca. 23.90 Fr.
Auch ich bin inzwischen dem Charme der Geschichte dieser Amour fou zwischen einem Stadthasen und einer Feldmaus, die im Wald zusammenkommen, erlegen. Deren Sprache sprüht vor surrealem Witz, die Bebilderung von Barbara Scholz ist allerliebst, und die Charaktere sind fantastisch originell vom unwahrscheinlichen Nagerpaar über den Fallen stellenden ollen Fuchs bis zur Eule, die ganz in ihrer Pflegemutterrolle eines Feuer speienden Drachenbabys aufgeht. Der Plot scheint mir allerdings so wunderbar wirr, dass ich mich schon gefragt habe, wofür wohl der Waldmeisterrausch stehen mag, dem im Buch die Tiere im Wald verfallen. Vielleicht liegt diese Wahrnehmung aber auch daran, dass sich der Roman für uns Eltern aufgrund des alternierenden Gutenacht-Vorlesedienstes aus einer zufälligen Aneinanderreihung von Bruchstücken der Handlung zusammensetzt. Die ganze Geschichte kennt allein unsere Tochter.

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