Mediennutzung

Kein Drama im Gruppenchat, bitte!

Wir haben Regeln für den Strassenverkehr,für die Schule, für das Familienleben. Was bisher fehlt, ist eine Gruppenchat-Etiquette. Ein Vorschlag. 
Text: Michael In Albon
Bild: Alamy Stock Photo

In Zusammenarbeit mit Swisscom
Auf Whatsapp, Snapchat oder Instagram tauschen sich Teenager nicht nur über Hausaufgaben aus, sie organisieren darüber ihr soziales Leben. Wie man sich in digitalen Gruppen verhält, müssen Jugendliche aber erst lernen. Denn es ist oft mit nichts anderem zu vergleichen, das Eltern ihren Kindern beibringen. Gründe dafür gibt es viele: Jugendliche sind in der Gruppe unter sich; regulierende Erwachsene sind prinzipiell nie Teil der Gruppen; eine Beleidigung ist einfacher geschrieben als gesagt.

Wie aber bereiten Eltern ihr Kind auf diese Welt vor? Die Grundregel lautet wie in anderen Lebensbereichen auch hier: Leben Sie vor, was Sie von Ihrem Kind verlangen.
Haben Sie sich nicht auch schon in einer Sportverein- oder Freundesgruppe über zu viele und dumme Nachrichten geärgert und die Gruppe trotzdem nicht verlassen? Oder, gesetzt den Fall, Sie erstellen selbst einen Gruppenchat: Haben Sie sich Gedanken zu den Einstellungen gemacht? Zu den Regeln? Wussten Sie etwa, dass Sie einschränken können, wer in einem Chat schreiben darf ? Nein? Nehmen wir das Beispiel Whatsapp: Es empfiehlt sich festzulegen, dass nur «Admins» Nachrichten senden können. Über «Gruppeneinstellungen» / «Gruppenadmins bearbeiten» können Sie mehreren Personen Schreibrechte vergeben. Oder haben Sie schon einmal Gruppenregeln festgelegt und zu spüren bekommen, wie es sich anfühlt, wenn andere Gruppenmitglieder das für unnötig halten?

Ausprobieren im Familienchat

Viele Familien haben heute einen Familienchat. Damit Sie Ihr Kind auf Gruppenchats vorbereiten können, habe ich die Regeln, die Experten Jugendlichen empfehlen, leicht angepasst. Probieren Sie es in der Familie, innerhalb der Verwandtschaft aus und tauschen Sie sich dazu mit Ihrem Kind aus:

• Nicht spammen: Wir schreiben nur, wenn wir einen sinnvollen Beitrag zum Gespräch leisten oder eine wichtige Frage haben.
• Gezielte Antwort: Wir antworten, wenn wir direkt angesprochen werden oder eine Frage beantworten.
• Keine Doppeldeutigkeiten: Wir drücken uns so aus, dass klar ist, was wir meinen.
• Achtung Ausdruck: Wir schreiben NICHT IN GROSSBUCH- STABEN und achten auf die Rechtschreibung.
• Keine Lästereien: Wir beleidigen niemanden. Tabu sind auch Lästereien über Leute, die nicht im Chat sind.
• Nicht doppelt gemoppelt: Wir vermeiden Wiederholungen und senden keine Kettenbriefe.
• Privatsphäre beachten: Wir geben keine privaten Nummern von anderen Personen weiter.
• Recht am eigenen Bild: Wir verschicken keine Bilder ohne die Einwilligung der abgebildeten Personen.
• Fairness: Niemanden grundlos aus dem Chat werfen und die Gruppenmitglieder fragen, wenn man ein neues Mitglied zur Gruppe hinzufügen möchte.
Wenn diese Regeln verinnerlicht wurden, sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie es sich als Admin verhalten kann, wenn es im Gruppenchat kracht: die betroffenen Personen bitten, den Streit persönlich im Gespräch zu klären, das Problem beim nächsten Treffen ansprechen, zum Beispiel in der Schule, wenn nötig Lehrer oder Streitschlichter um Hilfe bitten.
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Zum Autor:

Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

Auf Medienstark finden Sie Tipps und interaktive Lernmodule für den kompetenten Umgang
mit digitalen Medien im Familienalltag.

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