Desktop header fake news teenager social media
Mediennutzung

Fake News erkennen lernen

Immer mehr Jugendliche lesen News nur noch über die sozialen Medien – das ist ein Problem. 
Text: Stephan Petersen 
Die Gäste der Washingtoner Pizzeria Comet Ping Pong sind geschockt, als am 4. Dezember 2016 plötzlich ein bewaffneter Mann in das Lokal stürmt. Der 28-Jährige bedroht die Angestellten und Kunden mit einem Sturmgewehr und fordert Informationen über einen angeblichen Pädophilen-Ring, der sein Unwesen in ebenjener Pizzeria treiben soll. Der Hintergrund für sein Handeln sind seit Wochen im Internet kursierende Gerüchte, die sogar die US-amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton belasten. Nur: Es ist eine Fake News, eine Falschmeldung, die vom politischen Gegner wissentlich im Internet gestreut wurde.

Nicht neu – aber viel schneller 

Auch in der Schweiz kursieren Fake News. So sorgte Mitte 2016 eine mysteriöse Gokart-Gang in Zürich für Aufsehen. Wochenlang rätselten Öffentlichkeit und Medien über die vermeintlichen nächtlichen Raser. Sie entpuppten sich schliesslich als eine Erfindung zweier Studenten, die in ihrer Abschlussarbeit nachweisen wollten, wie über die Medien in kürzester Zeit ein Mythos entstehen kann. 
Gokart-Gang entpuppte sich als zwei Studenten, die zeigen wollten, wie schnell sich eine Fake News verbreitet.
Jedoch: «Fake News sind kein neues Problem», sagt Konrad Weber, Digitalstratege bei SRF. Falschmeldungen und sogenannte Zeitungsenten gab es schon früher.

Doch im Internet verbreiten sich diese viel schneller. «In den sozialen Medien können sich alle möglichen Personen zu Themen äussern. Es gibt keine publizistischen Richtlinien zu Sachgerechtigkeit und Objektivität, wie sie zum Beispiel Medienhäuser wie das Schweizer Radio und Fernsehen kennen», erläutert Konrad Weber. So verbreiten sich Fake News heute vor allem über soziale Medien wie Facebook, Youtube, Twitter und Co. Mit wenigen Klicks können Nutzer die Inhalte mit anderen teilen. Schnell ist eine Fake News so tausend- oder gar millionenfach im Umlauf. 

Anzeige
0 Kommentare

Zugehörige Tags

Diesen Artikel kommentieren