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Elternbildung

Liebe Eltern: Ihre To-do-Liste kommt auch ohne Sie klar!

Es gibt nichts Spannenderes, als mit einem Kind an der Hand die Welt zu entdecken. Unser Kolumnist weiss, wie es auch vielbeschäftigten Eltern gelingt, Dinge bewusster zu erleben und zu geniessen.
Text: Fabian Grolimund
Illustration: Petra Dufkova/Die Illustratoren
Als Eltern fragen wir uns, was wir unseren Kindern für ihr Leben mitgeben möchten. Dazu gehören Liebe, ein gesundes Selbstwertgefühl und vielleicht eine gute Ausbildung.

Wir können uns aber auch fragen, was unsere Kinder sich möglichst lange bewahren sollen und was wir von ihnen lernen möchten. Dazu gehört für mich die Fähigkeit, zu geniessen und zu staunen. Denn darin sind kleine Kinder wahre Meister.

Wie nimmt man sich Zeit für den Genuss?

Um etwas geniessen zu können, müssen wir uns darauf einlassen können. Und wir müssen es uns gönnen. Als vielbeschäftigte Eltern ist das nicht so einfach. Vor allem dann nicht, wenn man die Redewendung «Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen!» verinnerlicht hat.

In Zeiten von Internet und E-Mail ist es schwierig geworden, die Arbeit nach Feierabend ganz hinter sich zu lassen – und zu Hause erwartet die meisten von uns wieder eine prall gefüllte To-do-Liste. Viele von uns hätten rund um die Uhr etwas zu tun. Wenn wir erst Pause machen, wenn wir zu erschöpft sind, um weiterzumachen, schaffen wir keine guten Voraussetzungen für den Genuss.

Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn wir diese Philosophie hinterfragen und da und dort Momente des Genusses in unseren Alltag einstreuen, ohne dass wir uns diese zuerst durch das Abarbeiten aller Aufgaben verdienen müssen. Es wäre wahrscheinlich auch für unsere Kinder hilfreich, wenn sie lernen, dass Arbeit und Vergnügen sich abwechseln dürfen – oder dass Arbeit und Vergnügen gar keine Gegensätze sind, sondern Arbeit auch ein Vergnügen sein kann.

Sogar bei Arbeiten, die wir nur un­­gern machen, können wir uns fragen, wie wir sie vergnüglicher gestalten könnten. Machen diese vielleicht zu zweit mehr Spass? Oder an einem schönen Ort?
 
Warten Sie nicht darauf, bis Sie Zeit finden, das Leben zu geniessen. Gönnen Sie sich solche Phasen gleich jetzt und lassen Sie die To-do-Liste mal warten. Das Schöne an der Arbeit ist, dass sie uns nicht davonläuft und sie uns meist auch niemand wegnimmt, wenn wir uns zeitweise nicht darum kümmern. Nach einem schönen Erlebnis kann man den Elan gleich mitnehmen und in guter Stimmung wieder loslegen.

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1 Kommentar

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Von Andrea am 07.05.2017 09:09

Hey, sehr guter Artikel, super und lebare Tipps.😄

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