Redaktionsblog

Wie ist das, wenn die Kinder einen grossen Altersunterschied haben?

In unserer Serie «Wir fragen uns ...» stellen wir uns in der Redaktion und Verlag gegenseitig Fragen aus dem grossen Familienuniversum. Auf die Frage der stellvertretenden Chefredaktorin Evelin Hartmann antwortet heute Patrik Luther, stellvertretende Verlagsleitung.
Text: Patrik Luther
Bilder: Adobe Stock und privat
«Lieber Patrik, eure Mädchen sind 5 Jahre auseinander. Wie macht ihr das in eurer Freizeit? Findet ihr ein gemeinsames Programm, das beiden Spass macht?» 
Evelin Hartmann, stellvertretende Chefredaktorin
Vielen Dank, liebe Evelin, für diese spannende Frage.

Unsere Mädchen sind zwei und sieben Jahre alt. Wahrlich nicht immer eine einfache Angelegenheit, beiden gerecht zu werden.  Und durch die rasante Entwicklung der Girls kommen fast wöchentlich neue Herausforderungen hinzu.

Eingangs möchte ich betonen: Wir sind enorm glücklich und dankbar, dass zwei gesunde und muntere Kinder unser Leben bereichern! Die Launen der Natur haben uns gelehrt, dass Kinderwunsch und Kinder bekommen nicht unbedingt befreundete Grössen sind. Umso mehr Freude haben wir am lang ersehnten Zuwachs. Den Altersunterschied sehen wir als Freund in unserem täglichen Familienleben – mit dem man ja auch mal streiten kann.

Die fünf Jahre Unterschied spüren wir vor allem im Tagesablauf: Die fixen Schulzeiten regeln den Alltag der Grossen, wohingegen die Kleine vom Biorhythmus zum Mittagsschlaf nach Hause gedrängt wird. Die Ältere spielt am liebsten mit anderen Kindern im Quartier, die Jüngere klettet sich lieber an Mamas Bein. 

Meist lassen sich diese unterschiedlichen Grundbedürfnisse aber gut vereinbaren: Ist die Grosse auf dem Quartierspielplatz – am liebsten ohne elterliche Aufsicht – bekommt die Kleine automatisch den nötigen Freiraum um ihr Spiel, nach ihrem Willen und in ihrer Geschwindigkeit zu gestalten.

Natürlich bedingt der Altersunterschied auch Anpassung: Die Jüngere verzichtet widerwillig darauf, auf Bäume zu klettern und begnügt sich mit dem langweiligen Zuschauen. Die Grosse murrt, weil sie nicht ins «Trampolino» darf, sondern wir auf einen Spielplatz gehen, der Utensilien für die kleine Schwester bietet. Rücksicht zu nehmen gehört dazu. Auch wenn das in Kinderaugen manchmal total blöd und unverständlich erscheint.
Patrik Luther mit seinen beiden Töchtern, zwei und sieben Jahre alt. 
Patrik Luther mit seinen beiden Töchtern, zwei und sieben Jahre alt. 
Was uns herausfordert, ist, unsere Zeit mit den Mädchen gerecht zu verteilen. Bei der grossen Schwester nehmen Schule, Freundinnen, Hobbys und eigenständige Spielzeit einen grossen Teil ihres Tages ein. Dazwischen nimmt sie uns Eltern am liebsten ganz alleine in Beschlag. Sie gibt uns klar zu verstehen, dass wir in Sachen Aufmerksamkeit durchaus ein Brikett mehr nachlegen dürften. Schliesslich kriegt die Babyschwester die ganze Elternaufmerksamkeit, während sie aus dem Haus ist. So wird dann diese fehlende oder verpasste Zeit im Kindereinmaleins ganz salopp aufgerechnet und on top erwartet.

Schon streng, machmal. Aber Hand aufs Herz: Insgeheim schmeichelt und freut uns dies sehr. Denn wir wissen, wie schnell das Bedürfnis nach mehr Nähe zu uns Eltern kleiner werden kann.

Was unternimmt man also, wenn alle beisammen sind? Draussen spielen, gemeinsames Spazieren, Velölen oder «Brötle» im Wald stehen hoch im Kurs. Am liebsten auf Wegen und auf Plätzen, welche wir schon zig mal besucht haben. Die Grosse springt, klettert oder hoppsenhüpft und die Kleine ist mit wachen, staunenden Augen dabei: «Da» (Flugzeug), «Da» (Schmetterling), «Gug» (Zug) oder «Ei» (Stein). Es scheinen beide gut auf ihre Kosten zu kommen bei diesem «ums Huus ume»-Programm. Nur wir Eltern legen gelegentlich ein Veto ein, damit wir auch mal einen neuen Berg oder einen schönen See entdecken können.

Die fünf Jahre sind also tatsächlich eher nebensächlich, denn auf der Hitliste der Lieblingsaktivitäten steht unangefochten auf Platz 1: «Hauptsache mit Euch!»
Patrik Luthers Mädchen sind sieben und zwei Jahre alt.

Die nächste Frage geht an Florian Blumer, Leiter der Produktion:

«Lieber Florian. Du und Deine Frau, ihr seid beide arbeitstätig. Wo liegen für Dich die Herausforderungen in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Und wie macht Ihr das konkret?»
Patrik Luther, stellvertretender Verlagsleiter

Die Antwort folgt in zwei Wochen ...


Bisher erschienen in der Rubrik «Wir fragen uns»: 



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