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Mediennutzung

«Handys haben nachts im Kinderzimmer nichts verloren»

Jugendliche fühlen sich heute deprimierter und einsamer als noch vor wenigen Jahren. Grund für diese Veränderungen ist das Smartphone, glaubt Jean Twenge. Die amerikanische Psychologin über die Generation Selfie – und was das Handy mit unseren Kindern macht. 
Interview: Jochen Metzger

Frau Twenge, Sie sprechen in Ihrem aktuellen Buch von der «Generation Selfie». Wen meinen Sie damit?

 Das sind alle, die zwischen 1995 und 2012 geboren wurden. Unsere Daten zeigen, dass wir es bei diesen Kindern – zumindest in den USA – tatsächlich mit einer neuen Generation zu tun haben.

Sie erforschen die Unterschiede zwischen den Generationen bereits seit 25 Jahren. Was ist so besonders an der Generation Selfie?

Mit meinem Team schaue ich mir regelmässig an, wie es den Teenagern  in den USA geht, wie es um ihren emotionalen Zustand bestellt ist …
«Je mehr Zeit ein Teenager am Smartphone verbringt, desto einsamer fühlt er sich.»

… Sie erwähnen in Ihrem Buch Faktoren wie Einsamkeit, Angst, Depression, keinen Sinn im eigenen Leben sehen, keine Freude am Leben haben und dergleichen …

 … und dabei entdeckt man immer wieder kleine Veränderungen. Mal weist die Kurve ein bisschen nach unten, mal ein bisschen nach oben. Doch um das Jahr 2012 sah die Grafik auf einmal aus, als wäre jemand  von einer Klippe gesprungen. Die Entwicklung ging steil nach unten. So etwas hatte ich noch nie gesehen. 

Was geschah dann?

Ich habe zunächst erwartet, dass sich dieser Trend bald umkehren würde. Das war aber nicht der Fall. Es ging sogar weiter abwärts.
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