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Mediennutzung

Das Handy als Babysitter

Nach den etablierten Studien JAMES und MIKE kommt nun die ADELE-Studie: Sie untersucht den Medienumgang von Vier- bis Siebenjährigen in der Schweiz. Die wichtigsten Ergebnisse – und drei Tipps.
Text: Michael In Albon
Bild: Getty Images

In Zusammenarbeit mit der Swisscom
Die Kinder von heute kommen quasi mit USB-Anschluss Welt?

Die Ergebnisse der ADELE-Studie 2018 relativieren diese Horrorvision. Die Untersuchung ergab: Die Vier- bis Siebenjährigen von heute gamen zwar gerne und schauen gerne Filme auf Youtube oder sehen fern – am liebsten aber spielen sie nach wie vor, sie treiben gerne Sport, lesen gerne Bücher oder hören gerne Geschichten und Musik.

Für die ADELE-Studie, die an die JAMES- und die MIKE-Studie anschliesst, führte das Medienteam der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) Interviews mit 24 Familien durch – mit den Eltern und den Kindern. Dabei zeigte sich: In den meisten Familien ist klar festgelegt, wann und wie lange Kinder digitale Geräte nutzen dürfen – die Hoheit über die Geräte liegt bei den Eltern. Viele sehen jedoch mit gemischten Gefühlen in eine Zukunft, in der ihre Kinder unbeaufsichtigt an digitale Geräte herankommen werden.

Tipp 1: Erklären Sie Ihren Kindern, dass es in den digitalen Medien auch Dinge zu sehen und zu hören gibt, die sie verunsichern oder ängstigen können. Deshalb gilt die Regel: Nie alleine surfen.

Die ADELE-Studie hat auch gezeigt, dass sich viele Eltern bei Filmen nicht auf die Altersfreigabe verlassen, da sie wissen, dass auch Filme der ADELE-Studie traumatisierende Szenen enthalten können, die von der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) für Sechsjährige freigegeben wurden. Die meisten befragten Eltern prüfen deshalb Filme, bevor sie diese für ihre Kinder freigeben oder sie mit ihnen gemeinsam anschauen.

Tipp 2: Prüfen Sie, ob ein Film für Ihr Kind geeignet ist, denn Vorschulkinder können oft noch nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden und brauchen Sie als Eltern, um ihnen beim Einordnen der Bilder zu helfen. Schauen Sie Filme gemeinsam mit Ihrem Kind oder lassen Sie es zumindest keine Filme schauen, die Sie selbst nicht kennen.

Weiter brachte die Studie zutage, dass Eltern die digitalen Geräte schon mal als Babysitter einsetzen, damit sie in Ruhe verschiedene Arbeiten erledigen können. Das ist einerseits verständlich – denn es funktioniert. Doch wenn Medien als Babysitter zum Zug kommen, ist eine Kontrolle des Inhalts kaum mehr möglich, da die Eltern eben gerade abgelenkt sind.

Tipp 3: Lassen Sie Ihr Kind die ersten eigenen Schritte nicht alleine gehen. Begleiten Sie es Schritt für Schritt, wenn es beginnt, sich für digitale Medien zu interessieren. Und beschränken Sie die Nutzung von digitalen Medien als Babysitter auf ein absolutes Minimum.


ADELE-Studie 2018

Die Studie ADELE (Akronym für Activités – Digitales – Education – Loisirs – Enfants) erhebt den Medienumgang von Kindern im Alter von vier bis sieben Jahren in der Deutschschweiz und in der Romandie. Die Fachgruppe Medienpsychologie der ZHAW führte die Erhebung heuer zum ersten Mal durch. Die Studie ist im Auftrag der Swisscom entstanden und ergänzt die etablierten MIKE- und JAMES-Studien, bei denen die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 13 respektive 12 bis 19 Jahren untersucht wird.
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Zum Autor:

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Michael In Albon ist Jugendmedienschutzbeauftragter und Medienkompetenzexperte von Swisscom.
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