«Hilfe, mein Sohn drückt sich vor Fussball-Turnieren!»

Vielleicht mangelt es Ihrem Sohn nicht an Ehrgeiz, sondern an Frustrationstoleranz. Lehren Sie ihn, dass niemand Perfektion verlangt, Fehler passieren dürfen, sogar passieren müssen, damit man sich weiterentwickeln kann. Und dass Probieren über Studieren geht.

Offenbar gehört Ihr Sohn zu den Kindern, die Wettkampfsituationen nichts abgewinnen können. Es ist schade, wenn intrinsisch motivierte Kinder von leistungsorientierten Trainern oder Eltern so lange unter Druck gesetzt werden, an Turnieren oder Wettbewerben teilzunehmen, bis ihnen die Freude am Sport abhandenkommt. Dabei vergisst man oft: Nur weil man etwas gut kann und gerne tut, heisst das nicht, dass man sich mit anderen messen muss. Lassen Sie Ihrem Sohn Zeit: Vielleicht hat er irgendwann Lust auf Wettkämpfe, vielleicht bleibt er ein begeisterter Trainingsbesucher.

Ja, sie sollten seinen Wunsch respektieren. Aber vielleicht kann der Trainer der Angst Ihres Sohnes entgegenwirken. Erzählen Sie ihm (besser ohne dass Ihr Sohn davon erfährt) von den Skrupeln Ihres Sohnes. Wenn er es richtig findet, kann er ihn ja öfter bei den Spielen einsetzen. Aber Sie können Ihrem Sohn keinen Ehrgeiz verordnen, unter dem er dann nur leiden würde. Kinder werden manchmal von Sorgen geplagt, die Erwachsene schlecht verstehen können. Man muss diese Sorgen manchmal auch einfach nur geduldig ertragen.

