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Psychologie

Cybermobbing: «Wenn es wehtut, lache ich»

Rauswurf aus dem Chat, beleidigende und bedrohliche Textnachrichten: Cybermobbing hinterlässt keine blauen Flecken, richtet aber bei betroffenen Kindern und Jugendlichen viel Leid an. So auch bei der 14-jährigen Laila*.
Sie lässt ihre Mutter Renata Weiss* beschreiben, wie sehr Eltern mitleiden.
Aufgezeichnet: Sarah King
Bilder: Stephan Rappo / 13 Photo
Mein Mann und ich haben uns oft gefragt: Was hätten wir besser machen können? Wir haben alles versucht: reden, schweigen, konfrontieren, vermitteln. Nichts nützte. Wir konnten als Eltern nur gemeinsam mit Laila durch diese Hölle gehen.

Die Anfänge

Es begann in der Unterstufe. Laila lud eine Schulkollegin nach Hause ein. Die beiden Mädchen verbrachten einen schönen Nachmittag. Am frühen Abend gingen sie ins Kinderturnen. Da drehte sich die Kollegin plötzlich um, kickte Laila mit dem Fuss in den Bauch und beschimpfte sie vor den anderen Kindern. Das kann doch nicht sein, dachte ich. Sie war den ganzen Nachmittag so lieb und dann plötzlich ein umgekehrter Handschuh. Daraufhin nahmen wir mit ihren Eltern Kontakt auf. Sie verstanden diese plötzliche Attacke ihrer Tochter nicht und redeten mit ihr. Ich spürte den Schmerz. Es tut weh, wenn das eigene Kind geplagt wird.
Laila: Eigentlich begann das Mobbing schon früher. Aus organisatorischen Gründen kam ich in eine neue Klasse. Ich fand den Anschluss nicht, weil alle schon in ihren Gruppen waren.
«Dass etwas nicht stimmte,
merkte ich erst, als Laila ihren Geburtstag nicht mehr feiern wollte.»
Ich schenkte dem keine Bedeutung. Dass etwas nicht stimmte, merkte ich erst, als Laila ihren Geburtstag nicht mehr feiern wollte. Sie wurde auch nie an Geburtstagsfeste eingeladen. Als später mein Mann als Begleitperson auf eine Schulreise eingeladen wurde, realisierten wir, wie sehr unsere Tochter in der Schule litt. «Ich erkannte unsere Tochter nicht wieder», sagte er, «Laila war so still. Und wenn sie etwas sagte, hörte niemand zu.» Laila ist eigentlich ein lebhaftes Kind. Eine Weile ging sie an Gespräche mit der Schulsozialarbeiterin. Nicht lange. 
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