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Tagesschule: «Nach 16 Uhr kommen die coolen Sachen»

Lesedauer: 2 min
Die Fünftklässlerin Sophie, 10, besucht die Tagesschule in Zug. Sie schätzt den strukturierten Tagesablauf und geniesst das Freizeitprogramm.
Aufgezeichnet von Bettina Leinenbach

Bild: Salvatore Vinci / 13 Photo

Morgens bin ich oft eine der Ersten. Wenn ich um 7.30 Uhr aus meinem Bus steige und die paar Meter zum Schulhaus laufe, ist alles ruhig. Ich betrete das Gebäude, die Garderobe ist noch verwaist. Ich hänge meine Jacke auf, ziehe die Finken an. Vor dem Teamzimmer steht diese grosse Magnettafel. Jeder, der ankommt, greift nach seinem Namensschild und platziert es in dem Feld, über dem steht: Ich bin da.

Wenn das erledigt ist, gehe ich zum grossen Betreuungsraum. Dort wartet bereits die Lehrperson, die Frühdienst hat. Ich gebe mein Kontaktheft ab, wir unterhalten uns kurz. Nach und nach trudeln die anderen ein. Die Jüngeren spielen vor dem Unterrichtsbeginn gerne Lego oder Playmobil. Aus dem Alter bin ich raus. Ich nutze die Zeit lieber, um unfertige Aufgaben zu erledigen oder an meinem Wochenplan zu arbeiten.

Wenn ich mit der sechsten Klasse fertig bin, würde ich gerne mit meiner Freundin in ein Internat gehen.

Dann beginnt der Unterricht. Ich schätze, der ist so wie überall. Block, Pause, zweiter Block. Kurz vor Mittag beginnt mein Magen zu knurren. Er muss sich aber noch ein paar Minuten gedulden, bis alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam zu Mittag essen können. Mir schmeckts meistens. Einmal pro Woche gibts ein Dessert. Meinetwegen könnte es auch zwei oder drei Mal pro Woche sein …

Nach dem Essen haben wir wieder Freizeit. Ich bin gerne mit meinen Freundinnen im sogenannten Bunker. Das ist ein Aufenthaltsraum im Keller, der extra für uns Grosse eingerichtet wurde. Dort hören wir Musik oder chillen ein bisschen. Die Kleinen haben glücklicherweise keinen Zutritt. Dann beginnt wieder der normale Unterricht. Um 16 Uhr gongt es zum letzten Mal. Nun ist das offizielle Programm vorbei, jetzt kommen die coolen Sachen.

Das Freizeitprogramm an der Tagesschule Zug

Die Lehrpersonen bieten unterschiedliche Kurse an: Momentan kann man zum Beispiel kochen lernen. Es gibt ausserdem Sportangebote, und einmal in der Woche ist der Werkraum geöffnet. In der Regel laufe ich erst zwischen 17 und 18 Uhr zum Bus. Meist ist schon ein Elternteil daheim. Mein Vater arbeitet voll, meine Mutter hat ein 80-Prozent-Pensum. Beide sind im Finanzsektor tätig.

Mittwochs läuft es übrigens anders. Da haben alle Tagesschülerinnen und -schüler um 12 Uhr aus, können aber auch nachmittags im Schulhaus bleiben. Ich esse mit meiner Freundin einen Snack und dann gehen wir ins Tennis. Anschliessend holt mich meine Mutter ab, und wir unternehmen etwas gemeinsam.

So machen wir das schon seit dem ersten Schuljahr. Wenn ich mit der sechsten Klasse fertig bin, würde ich gerne gemeinsam mit meiner Freundin in ein Internat gehen. Nun müssen wir nur noch unsere Eltern überzeugen.