Desktop swisscom bildnachweiss p ponomareva
Medienerziehung

«Kind, ärgere dich nicht!» 

Gamen macht Spass – vor allem, wenn man gewinnt! Doch bei jedem Spiel gibt es auch Verlierer. Und Verlieren will gelernt sein. 
Text: Michael In Albon
Bild: Swisscom
Es ist eigentlich ganz einfach: Mal gewinnt man, mal verliert man. So funktionieren Spiele.
Allein, so einfach ist es eben nicht.

Sicherlich haben Sie als Eltern auch schon erlebt, dass beim geselligen Spiel plötzlich die Stimmung kippt und Ihr fröhliches Kind zum Rumpelstilzchen wird, das wütend die Karten vom Tisch wischt und sich weigert, weiter mitzuspielen. Schuld für das Verhalten ist nicht das Spiel, sondern was im Kind schlummert. Bei jüngeren Kindern ist es oft die Vorstellung, dass sie über alles bestimmen können. In dieser Vorstellung kommt Verlieren nicht vor, deshalb kollidieren Fantasie und Wirklichkeit. 

Der Grund für das Nicht-verlieren-Können liegt aber vielleicht auch im Selbstwertgefühl des Kindes oder Jugendlichen – einem zu hohen oder einem zu niedrigen. Ist Ihr Kind daran gewöhnt, dass es nicht immer alle Wünsche erfüllt bekommt? Hat Ihr Kind das Gefühl, es komme immer zu kurz, habe immer Pech? Und gehen Sie als Vorbild mit gutem Beispiel voran und lassen sich bei Niederlagen nicht so schnell unterkriegen?

Ausdauer ist gefragt

Es geht nicht darum, dass Ihr Kind lernt, bedingungslos zu verlieren. Es geht darum, sich zu motivieren, nicht aufzugeben. Das lässt sich mit Games vortrefflich trainieren – real und digital.

Vor dem Spiel steht jedoch die wichtigste Grundregel: Lassen Sie Ihr Kind in gegenseitiger Wertschätzung aufwachsen. Damit es spürt, dass es als Person im Vordergrund steht, nicht das Erbringen einer Leistung. Hinzu kommt beim Spiel: Lassen Sie Ihr Kind nicht dem Frieden zuliebe gewinnen. Niederlagen und Frustration gehören zum Leben, der Umgang damit sollte trainiert werden. Und lassen Sie sich von Wutausbrüchen nicht beeindrucken, halten Sie diese aus. Schimpfen Sie nicht, spiegeln Sie vielmehr das Verhalten und fragen Sie nach den aufsteigenden Emotionen. So lernt Ihr Kind, seine Gefühle anzunehmen und damit umzugehen.

Gamen Sie mit

In der Pubertät gehören Konflikte mit sich selbst und mit anderen zur Tagesordnung. Gerade jetzt kann gemeinsames Gamen dazu beitragen, die verkrampfte Familiensituation zu lockern: Lachen Sie zusammen, erreichen Sie gemeinsam ein Ziel, wetteifern Sie – das ist oft ein Weg, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zudem können Games dabei helfen, Dampf abzulassen, zu entspannen, Kräfte zu tanken und Bestätigung zu finden. Dazu eignen sich unterschiedliche Game-Genres: 
  • Action-Games
  • Abenteuer-Games
  • Sport-Games
  • Simulations-Games. 
Sie finden dazu online zahlreiche Ideen. Und wenn nicht? Fragen Sie Ihr Kind.

Beliebt sind bei Jugendlichen auch sogenannte Multiplayer-Games. Bei diesen kooperativen Spielen steht die Gemeinsamkeit im Vordergrund. Gemeinsam mit anderen soll eine Strategie entwickelt oder ein gemeinsam definiertes Ziel erreicht werden. Nicht der Wettkampf, sondern die Teamarbeit ist wichtig. Alle gewinnen oder verlieren zusammen. Dabei erfährt Ihr Kind zudem, dass es in der Lage ist, etwas für die Gemeinschaft zu tun. Das fördert das Selbstwertgefühl.
Thumbnail michael inalbon c
Michael In Albon ist Beauftragter Jugendmedienschutz und Experte Medienkompetenz von Swisscom.

Auf Medienstark finden Sie Tipps und interaktive Lernmodule für den kompetenten Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag. swisscom.ch/medienstark
Anzeige

0 Kommentare

Diesen Artikel kommentieren