Alena besucht das Gymnasium und will Lehrerin werden. Die 19-Jährige geht gerne an Konzerte und liebt die Musik. Sie kann mit ihren Freundinnen abmachen, wann immer sie will. In ihrem Alltag und Fabrice’ Alltag treffen zwei Welten aufeinander. Fabrice braucht wegen seiner Epilepsie fast immer jemanden an seiner Seite. Er kann nicht spontan mit Freunden abmachen. Alena ist es deshalb wichtig, ihren Bruder so oft wie möglich mitzunehmen. Sie unternehmen viel gemeinsam und haben eine besondere Verbindung. Fabrice ist ein neugieriger Mensch. «Er ist voller Energie und Lebensfreude, die ansteckt», sagt Alena.
Was bedeutet es, von klein auf Verantwortung zu tragen für seinen Bruder, der mit Behinderungen lebt?
«Ich schätze es, weil ich weiss, dass meine Eltern mir vertrauen», so Alena. Sie habe früh auf Fabrice aufgepasst und viel fürs Leben gelernt. Heute ist sie Leiterin in Sportlagern für Jugendliche mit Epilepsie. «Ohne meinen Bruder wäre ich nie dazu gekommen.»

Lager für Menschen mit Behinderungen – inklusive Sportlager – sind für Fabrice ein Highlight. Hier kann er eine Woche lang sorglos Spass haben und seine Erlebnisse mit Gleichaltrigen teilen. «In der Gruppe blüht er völlig auf», sagt Alena. Und Vater Adrian ergänzt, dass Fabrice nach solchen Tagen am liebsten gar nicht mehr nach Hause komme.
Solche Glücksmomente sind in Fabrice’ Leben selten. Weil er mit Epilepsie lebt, werden ihm viele gemeinsame Sportaktivitäten verwehrt. Es gibt in der Nähe von Fabrice keinen Fussballclub, der Menschen aufnimmt, die mit Epilepsie leben. «Das tut weh», sagt Mutter Jasmine. Sie würde ihn bringen mit dem Auto. Aber der nächste Club ist über 90 Fahrminuten entfernt. Die Familie findet, es gebe immer noch zu wenig Freizeit- und Sportangebote für junge Menschen mit Behinderungen. Solche Angebote sind nicht nur wertvoll für Jugendliche wie Fabrice, sie entlasten auch die Angehörigen. Wie die Familie ihren Alltag meistert, erfahren Sie auf denkanmich.ch/fabrice


