Unterstützung für Frauen mit Brustkrebs
Arztbesuch

Unterstützung für Frauen mit Brustkrebs

3 Fragen an Barbara Kundert, Gründerin des Vereins ­«Tavola Rosa», der Frauen mit Brustkrebs durch verschiedene Angebote unterstützt und vernetzt. 
Interview: Florina Schwander
Bild: iStockphoto

Frau Kundert, was bedeutet der Name «Tavola Rosa»?

Ein Tisch, auf Italienisch Tavola, bringt Menschen zusammen, lädt ein zum Platz­nehmen und Gespräch. Und Rosa symbolisiert die Farbe von Brustkrebs. Ich habe mütterlicherseits italienische Wurzeln und Familienmitglieder mit Brustkrebs. Die Erinnerung an sie liess mich diesen Namen wählen. 
«Wir wollen der lauernden Isolation entgegenwirken»  Barbara Kundert (Bild: zVg)
«Wir wollen der lauernden Isolation entgegenwirken»

Barbara Kundert (Bild: zVg)

An wen richtet sich «Tavola Rosa»?

Alle von Brustkrebs Betroffenen, egal ob neu diagnostiziert oder bereits eine «Survivor», können an unseren monatlichen Treffen teilnehmen. Meist gibt es vor dem ersten Treffen eine kurze Kontaktaufnahme, um eventuelle Fragen oder Unsicherheiten zu klären. Coronabedingt fanden die Treffen zuletzt im Freien statt, als Spaziergang oder Picknick. Dabei versuche ich, mit jeder Frau ein Stück weit alleine zu gehen. Wer will, erzählt seine Geschichte. Wir sprechen über die Krankheit und über Alltagsthemen, geben Tipps und beantworten Fragen. Wir wirken im Kleinen und schaffen ein lokales Angebot, um der lauernden Isolation während einer schweren Krankheit entgegenzuwirken. 

Was kann ich konkret tun, wenn meine Freundin oder eine Arbeitskollegin die Diagnose Brustkrebs erhält?

Jede von uns Betroffenen reagiert emotional anders. Aber alle müssen von ­heute auf morgen mit einer sehr schweren Diagnose leben. Und mit unzähligen Arztbesuchen und Therapien. Das laugt aus, macht müde und Angst. Wie schaffe ich das alles? Werde ich überleben? Der Alltag zu Hause und bei der Arbeit geht weiter, als wäre nichts gewesen. So sind es oft ganz praktische Dinge, mit denen man unterstützen kann: eine Mahlzeit vorbeibringen, den Einkauf besorgen oder auf die Kinder aufpassen. Brustkrebs ist kein Tabu – man darf darüber sprechen und Fragen stellen. Nur so lässt sich erahnen, was seinem Gegenüber guttut. 

Weiterlesen: 

«Tavola Rosa» ist ein regionales Angebot in Basel. Schweizweit gibt es ähnliche Angebote.
www.tavola-rosa.ch / www.krebsliga.ch
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