Familienleben

Family Business: Kontoführung in der Familie

Gemeinsame oder getrennte Kontoführung? Oder beides? Für Familien gibt es verschiedene Modelle – welches das passende ist, muss jedes Paar individuell entscheiden. Wir nennen die Vor- und Nachteile.
Text: Kathrin Wehrli
Bilder: iStockphoto, Frederic Cirou / Plainpicture

Dieser Text enstand in Zusammenarbeit mit Credit Suisse
Ob die monatliche Miete, neue Möbel, eine Autoreparatur oder die Sommerferien – Familien haben unterschiedliche Ausgaben und in vielen Fällen auch unterschiedliche Einnahmequellen. Die Wahl der Kontoführung sollte deshalb auch zum Umgang mit dem Familienbudget passen, denn immer wieder stellt sich die Frage: Von welchem Konto und damit auch von welchem Geld wird was bezahlt? 

Das Familienkonto – der Schweizer Favorit 

Die Mehrheit der Schweizer Paare, egal ob verheiratet oder nicht, verfügt über eine gemeinsame Haushaltskasse. Das zeigt die Erhebung zu Familien und Generationen des Bundesamts für Statistik. Besonders bei Paaren mit Kindern ist ein gemeinsames Konto beliebt. 

Bei einem Gemeinschaftskonto fliessen die Einnahmen beider Partner auf ein Konto und werden für Ausgaben aller Familienangehörigen verwendet. Damit bleiben Diskussionen über die Beteiligung an Kosten meist erspart. 
Die Mehrheit der Schweizer Paare, egal ob verheiratet oder nicht, verfügt über eine gemeinsame Haushaltskasse. 
Die Mehrheit der Schweizer Paare, egal ob verheiratet oder nicht, verfügt über eine gemeinsame Haushaltskasse. 
Gerade für Partner mit unterschiedlichen Einkommen vereinfacht diese Art der Kontoführung die Handhabung des Familienbudgets. Mit nur einem Hauptkonto können nicht nur Kontoführungsgebühren gespart werden, in den meisten Fällen ist es auch einfacher, den Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben zu behalten. 

Allerdings ist es mit nur einem Kontoauszug nicht immer leicht, verschiedene Ausgabetypen im Familienbudget voneinander zu unterscheiden: Wie viel wird für Ferien ausgegeben? Wie viel für Kleider? Wie hoch sind die Haushaltskosten? Problematisch kann ein Gemeinschaftskonto dann werden, wenn in der Familie nicht ausreichend über die eigenen Vorstellungen zum gemeinsamen Geld gesprochen wird: Wer ein Familienkonto einrichtet, sollte bereit sein, offen darüber zu sprechen, wie und wofür das gemeinsame Geld ausgegeben wird. 

Getrennte Konten plus Haushaltskonto – der Mittelweg 

Paare, die gemeinsame von persönlichen Ausgaben trennen möchten, können getrennte Konten mit einem Haushaltskonto kombinieren. Dabei überweisen beide Partner beispielsweise monatlich einen festgelegten Betrag auf das gemeinsame Haushaltskonto. 

Alle kollektiven Kosten wie Miete, Strom oder Lebensmitteleinkäufe werden über dieses Konto beglichen. Die Kombination von mehreren Konten kann zu höheren Kontoführungsgebühren führen. Bei vielen Paaren sorgt diese Art der Kontoführung jedoch zu weniger Meinungsverschiedenheiten ums liebe Geld. 

Mit einem eigenen Konto erhält jeder Partner automatisch auch einen klaren Spielraum für eigene Ausgabeentscheide. Trotzdem behält die Familie mit dem Haushaltskonto alle gemeinsamen Kosten im Überblick. Bei verschieden hohen Einkommen kann der Beitrag zum Haushaltsbudget auch prozentual festgelegt werden: Wenn der Mann mehr verdient als die Frau, zahlt er auch mehr ein oder umgekehrt. So bleibt das Haushaltskonto auch für den Partner fair, der weniger verdient. 
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Getrennte Konten – die individuelle Variante

Eine weitere Variante sind die getrennten Konten. Rund 20 Prozent aller verheirateten Paare mit Kindern und sogar 60 Prozent der nicht verheirateten Paare mit Kindern verfügen gemäss Bundesamt für Statistik getrennt über ihr Einkommen. Dieses Modell hat den Vorteil, dass beide Partner ihre Unabhängigkeit behalten und Diskussionen über persönliche Ausgaben gar nicht erst entstehen, weil jeder nur Einblick in das eigene Konto hat.

Dies kann auf der anderen Seite aber dazu führen, dass sich ein Partner übergangen fühlt, weil er seinen Beitrag an die Familienkosten höher einschätzt. Es kann daher helfen, wenn beide Partner gemeinsam festlegen, wer welche Kosten übernimmt und wie das Budget überblickt werden soll. Hierbei hilft zum Beispiel ein gemeinsamer Ausgabenplan, in welchem die monatlichen Ausgaben der Familie eingetragen werden. Ob Familien-, Haushaltskonto oder getrennte Konten – jede Familie entscheidet individuell, was für sie am besten funktioniert. Wichtig ist, dass alle gut damit zurechtkommen. 

Das Familienbudget im Griff behalten 

Bei getrennten Konten helfen Apps bei der Budgetplanung, zum Beispiel «BudgetCH» von der Budgetberatung Schweiz oder «Budget-Alarm» von K-Tipp. Damit können nicht nur Ausgaben verfolgt, sondern auch zukünftige Einnahmen und Auslagen geplant werden. 

Über die Autorin:

Kathrin Wehrli ist Leiterin von Products & Services bei Credit Suisse.

Viva Kids World


In der Viva Kids World finden Eltern Ratschläge, Tipps und Tricks für die Finanzerziehung. Kinder entdecken die Finanzthemen gemeinsam mit der Viva Kids Bande.
credit-suisse.com/vivakidsworld

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