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Geld

Wieviel Geld braucht mein Kind in den Ferien?

Ist Ihr Kind für ein Ferienlager angemeldet? Dann sollten Sie sich jetzt darüber Gedanken machen, wie viel Geld Sie ihm mitgeben wollen. Und: Möchte Ihr Kind sein Feriengeld aufbessern, ist jetzt höchste Zeit, nach einem Ferienjob zu suchen!
Text: Florence Schnydrig Moser
in Zusammenarbeit mit der Credit Suisse
In den Ferien braucht Ihr Kind wahrscheinlich etwas mehr Geld als während der normalen Schulzeit. Zwar sind Eintritte in die Badi oder auf die Minigolfbahn bei den meisten Ferienlagern in der Gesamtgebühr enthalten; Glace, Getränke und Souvenirs müssen die Kinder aber selbst bezahlen.

Wie viel Geld Ihr Kind benötigt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem:
  • Was für eine Art Ferienlager ist es? In einem Sommer-Zeltlager in einer abgelegenen Gegend braucht Ihr Kind sicher weniger Geld als in einem Skilager.

  • Was ist inklusive? In vielen Schullagern sind die gesamte Verpflegung, Getränke, Eintritte usw. im Gesamtpreis enthalten. Das Kind braucht das Feriengeld dann nur für zusätzliche individuelle Wünsche wie Süssigkeiten oder Pommes Chips. Fragen Sie im Zweifelsfall beim Veranstalter nach, was alles im Lagerpreis inbegriffen ist.

  • Wie viel Sackgeld darf es sein? In den Ferien darf Ihr Kind ruhig ein bisschen mehr zur Verfügung haben. Eine deutliche Erhöhung ist aber wenig sinnvoll, besonders bei Kindern in den ersten Schulklassen. Sie können vielleicht noch nicht mit grösseren Summen umgehen.

    Viele Veranstalter geben den Eltern vorab Tipps, wie viel Geld die Kinder im Ferienlager benötigen und welcher Betrag angemessen ist.

Einen Groschen für den Notfall

Wenn Sie sich unwohl dabei fühlen, Ihrem Kind eine grössere Summe bar auf die Hand zu geben, sprechen Sie mit den Betreuern. Manche Veranstalter bieten die Möglichkeit, das Geld aufzubewahren und gestaffelt auszubezahlen. Bleibt etwas übrig, bekommt es das Kind am Ende des Ferienlagers zurück. Zusätzlich können Sie den Betreuerinnen und Betreuern auch einen Notgroschen anvertrauen. Dieser wird dem Kind nicht für Zeitschriften oder Salzstangen ausgehändigt, sondern ist für Notfälle gedacht.

Manchmal bekommen Kinder vor der Abreise ins Ferienlager einen Batzen zugesteckt, etwa vom Götti oder von den Grosseltern. Erscheint Ihnen der Betrag im Vergleich zum Taschengeld unverhältnismässig hoch, können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind besprechen, was damit geschehen soll. Schlagen Sie zum Bei­spiel vor, die Summe zu teilen: Die eine Hälfte kommt ins Sparkässeli, die andere stockt das Feriengeld auf.

Übrigens: Gibt Ihr Kind das gesamte Feriengeld bereits zu Beginn aus, muss das keine Katastrophe sein. Es lernt dadurch eine wichtige Lektion im Umgang mit Geld und wird sich den Betrag in den nächsten Ferien wahrscheinlich besser einteilen.

Jobben für die Ferienkasse

Auch bei älteren Kindern stellt sich die Frage nach dem Feriengeld. Hier dürfen Eltern dem Nachwuchs etwas mehr Eigenverantwortung geben. Vielleicht möchte sich Ihr Kind selber ein wenig Geld dazuverdienen? Dann bietet sich in den Wochen vor der Abreise ein Ferienjob an, etwa als Glaceverkäuferin oder Regal­auffüller.

Selbstverständlich dürfen Jugend­liche unter 18 Jahren nur arbeiten, wenn sie dadurch keinen körperli­chen oder seelischen Schaden neh­men. Das Arbeitsgesetz und die Jugendarbeitsschutzverordnung regeln genau, wann, wie viel und unter welchen Bedingungen sie arbeiten dürfen. Unter anderem gilt:
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  • Ab 13 Jahren dürfen Jugendliche unter Einhaltung von Höchst­arbeitszeiten «leichte» Arbeiten ausführen. Dazu gehören zum Beispiel: Botengänge, Reinigungs­ arbeiten, Rasenmähen oder auch Babysitten. Aber Achtung: Beim Babysitten gelten oft separate Regeln.

  • Abends oder nachts dürfen Jugendliche nicht arbeiten – vor dem 16. Geburtstag höchstens bis 20 Uhr, danach höchstens bis 22 Uhr.

  • Unter 16 Jahren dürfen Jugend­liche keine Gäste bedienen, etwa im Restaurant oder im Café.

  • Gefährliche Arbeiten sind grund­sätzlich verboten. Dazu zählen beispielsweise Arbeiten mit dem Gabelstapler, mit Chemikalien oder mit lärmenden Maschinen.

Mein Kind hat ein Ferienjob gefunden...

Wenn Ihr Kind einen Ferienjob übernehmen möchte und Sie die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften erfüllt wissen, können Sie es guten Gewissens in diesem Vor­haben unterstützen. Denn so bessert es nicht nur die eigene Reisekasse auf, sondern schnuppert ganz nebenbei bereits früh ins Berufs­leben hinein und lernt den Wert von Lohn und Arbeit kennen. Das kann bei der Berufsorientierung helfen, trainiert Verantwortungsbewusst­sein und Selbständigkeit und macht sich gut im Lebenslauf.

Ihr Kind ebnet mit seinem Ferienjob also seinen Weg in die berufliche Zukunft – und fährt mit einem gut gefüllten Portemonnaie ins Ferienlager.

Foto: iStock

Wie finde ich einen Ferienjob?

In ländlichen Regionen ist es oft einfacher als in der Stadt, einen Gelegenheitsjob zu finden, da die Prozesse weniger stark geregelt sind. Ausserdem helfen auf dem Land in vielen Fällen Bekanntschaften der Eltern oder Freunde. Doch auch in der Stadt lassen sich Ferienjobs finden.
Hier die wichtigsten Tipps:
  • Beginnen Sie mit der Suche nach einem Ferienjob so früh wie möglich – idealerweise zwei bis drei Monate vor Ferienbeginn.
  • Da die Vermittlung oft über Beziehungen läuft: Erzählen Sie möglichst vielen Verwandten, Freunden und Bekannten, dass Sie auf der Suche sind.
  • Studieren Sie Aushänge in Einkaufszentren und Schulen und/oder geben Sie selber ein Inserat auf.
  • Erstellen Sie eine Liste möglicher Betriebe/Organisationen in der Region und erkundigen Sie sich dort per Telefon nach Jobmöglichkeiten oder gehen Sie gleich selber vorbei.
  • Nehmen Sie keine Jobs mit hohen Vermittlungsgebühren oder Provisionen an. 
  • Verlangen Sie einen Stundenansatz von mindestens 15 Franken.
  • Zuletzt: Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es nicht auf Anhieb klappt!

Arbeitsmöglichkeiten

  • Grossverteiler (Migros, Coop usw.)
  • Schulhaus putzen – den Abwart fragen 
  • Nachbarschaftshilfe (Rasenmähen, Haus/Tiere hüten bei Ferienabwesenheit usw.)
  • Kinder hüten (Kurs beim Schweizerischen Roten Kreuz besuchen)
  • Zeitungen oder Prospekte austragen

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Florence Schnydrig Moser
ist Leiterin Products & Investment Services und Auftraggeberin der grossen Sackgeldstudie, die 2017 gemeinsam von Credit Suisse und Pro Juventute veröffentlicht wurde.

In der Viva Kids World der Credit Suisse finden Eltern Tipps und Tricks für die Finanzerziehung. Kinder entdecken Finanzthemen gemeinsam mit der Viva-Kids-Bande. credit-suisse.com/vivakidsworld

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