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Ellen Ringier: «Disziplin war alles. Und Sport» 

Heute feiert Ellen Ringier ihren 65. Geburtstag. Die Präsidentin der Stiftung Elternsein, Herausgeberin des Schweizer ElternMagazins Fritz+Fränzi, schaut auf ihr bewegtes Leben zurück, erzählt, welchen Namen unser Magazin ursprünglich hätte tragen sollen. Und verrät ihren Herzenswunsch.  
Text: Evelin Hartmann und Nik Niethammer 
Bilder: Maurice Haas / 13 Photo

Frau Ringier, Ihre Mutter stammt aus einer Londoner Bankiersfamilie, Ihr Vater war ein Pelzgrosshändler aus der Innerschweiz. Zur damaligen Zeit keine alltägliche Kombination.

Da haben Sie recht. Die Tatsache, dass meine Mutter Ausländerin war – und noch dazu aus einer so weltoffenen Stadt kam –, war das Prägendste in meiner Kindheit. Während die anderen Mütter die wollenen Strumpfhosen ihrer Kinder selbst strickten, schickte unsere Londoner Verwandtschaft immer Päckchen mit feinen, weissen synthetischen Strumpfhosen. Und anstatt in einer dieser kleinen Holzbüchsen wurde ich in einem marineblauen Kinderwagen mit grossen gefederten Rä­­dern umhergefahren. 

Ihre Mutter war sehr offen, weltgewandt, kultiviert, während Ihr Vater als sehr bodenständig und diszipliniert galt. Führte diese Diskrepanz nicht zu Spannungen in der Familie?

Eigenartigerweise haben sich meine Eltern in der Erziehung absolut getroffen, da gab es nie eine Differenz. Es gab das elterliche Machtwort, und wir drei Schwestern funktionierten, wie die Eltern das von einem verlangten. Ein Auflehnen gab es nicht. Andererseits war unseren Eltern sehr wichtig, dass wir schnell selbständig werden und die Welt sehen konnten. Ich war bestimmt die Erste in Luzern, die bereits mit 18 Jahren in Leningrad und Moskau war. Natürlich hatten diese Reisen immer einen erzieherischen Hintergrund: Mein Vater war ein Intellektueller, ihm ging Lernen über alles. 

Von Ihrem Grossvater stammt der Satz: «Im Leben geht es immer darum, anderen Menschen eine Chance zu geben.» Sind Sie durch ihn der soziale und engagierte Mensch geworden, der Sie heute sind?  

Die Grundüberzeugung unserer gesamten Familie war, dass wir Teil dieser Gesellschaft sind. Meine Eltern standen immer im Austausch mit ihren Mitarbeitern, man kümmerte sich um sie, ein Weihnachtsgeld war obligatorisch. Zu meinen Kindergeburtstagen hat meine Mutter jedes Jahr aus der Nachbarschaft auch einen Jungen mit einem Wasserkopf eingeladen. Ihm hat es bei uns gefallen, und wir haben das nicht hinterfragt. Er gehörte einfach dazu. 
Ellen Ringier im Porträt.
Ellen Ringier im Porträt.

Ein indisches Sprichwort lautet: «Solange die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln, wenn sie älter werden, gib ihnen Flügel.» Was haben Ihre Eltern in dieser Hinsicht getan?  

Sie haben uns gelehrt, dass es im Leben eine gewisse Demut braucht und Resilienz. Eine psychische und physische Widerstandsfähigkeit, Dinge auch mal auszuhalten. Und sie haben mir die Fähigkeit mitgegeben, überall zurechtzukommen. Sie hätten mich irgendwo mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug springen lassen können – ich hätte auf jedem Fleckchen dieser Erde Wurzeln geschlagen. 
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In welchen Situationen haben Ihre Eltern Sie darin bestärkt, weiterzumachen, nicht aufzugeben?

Meine Eltern sind mit uns oft Bergsteigen gegangen. Ich bin bis Schwierigkeitsgrad sechs geklettert. Da gab es oft Situationen, in denen ich gedacht habe: «O Gott, wie komme ich hier bloss lebend durch?» Das Skifahren ist noch ein anderes Beispiel. Ich bin jedes Mal durch den Steilhang gekommen weil ich mich getraut habe, mich talwärts zu lehnen. Wer Angst hat, lehnt sich am Berg an und verliert so den Halt. Die Fähigkeit, allem erst einmal offen und wohlwollend gegenüberzutreten und sich als Teil eines Ganzen zu sehen, verdanke ich meinen Eltern.
«Wir haben nie gelernt zu fragen: Was brauchen wir? Was tut uns gut?» 
Ellen Ringier über ihre Kindheit

Gab es denn nie ein Aufbegehren, beispielsweise in der Pubertät?

Nein, ich hatte keine Pubertät. Als mein erster Freund mich verlassen hatte und ich am Boden zerstört war, sagte mein Vater: «Geh raus in die Natur, joggen.» Disziplin war alles. Und Sport. Wenn andere später während oft nächtelanger Verhandlungen oder stundenlanger Sitzungen etwas essen, dauernd auf die Toilette mussten, habe ich das ohne Pausen durchgestanden. Ich war nie krank, habe in meinem Berufsleben nie gefehlt, habe mich aber auch mit 40 Grad Fieber zur Arbeit geschleppt. Kein Wunder, wir Kinder haben nie ge­­lernt, uns zu fragen: «Was brauchen wir? Was tut uns gut?» 

Einfach mehr auf sich zu achten. Hätten Sie sich das gewünscht? 

Ein bisschen vielleicht – aber nein. Eigentlich bin ich froh darüber. Was ich eher bedaure, ist die Tatsache, dass wir nie gelobt wurden. Meine Mutter hat gesagt, dass sie stolz auf uns sei. Meinem Vater kam das nie über die Lippen. Als ich aufs Gymnasium wollte, hat er gesagt: «Ich wünschte, sie wäre so gescheit, dass sich das lohnen würde, aber das wird sie nicht schaffen.» Ich bestand die Aufnahmeprüfung und machte Matura. Bei meinem Abschluss hielt mein Vater eine Rede und sagte, dass das Gymnasium zu seiner Zeit anspruchsvoller gewesen sei, aber jetzt käme ich auf die Universität, da müsse ich endlich arbeiten lernen. Er hatte mich nie lernen sehen. 

Ist das wahr?

Natürlich nicht. Ich war nie eine Musterschülerin, aber was ich machen musste, habe ich gemacht. Ich war Minimalistin, das ist wahr. Ich hatte offenbar doch gewisse Begabungen und konnte mich ganz gut durchschlängeln. 
Das Gemeinwohl liegt ihr am Herzen: Ellen Ringier in ihrem Stiftungsbüro.
Das Gemeinwohl liegt ihr am Herzen: Ellen Ringier in ihrem Stiftungsbüro.

Heute sind Sie promovierte Juristin. Wie kam Ihr Vater zu solchen Aussagen? 

Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass aus jemandem etwas wird, wenn er nicht pausenlos liest und lernt. Diese intellektuelle Haltung hatte ich nicht. 

Kämpft man das ganze Leben um die Anerkennung des geliebten Vaters? 

Ja, das bleibt einem, leider. Aber es ist auch ein Vorteil, wenn man gelernt hat, sich nicht auf Äusserlichkeiten zu verlassen. Ich bin jetzt 65, und es ist mir vollkommen wurscht, dass meine Haare weiss sind, und wem meine Falten nicht gefallen, kann gerne auf mich verzichten. Ich bin der festen Überzeugung: Ist ein Mensch innerlich schön, hat er auch diese Ausstrahlung. 

Das ist eine sehr selbstbewusste Einstellung.

Die ich natürlich nicht immer hatte. Im Teenageralter gab es Zeiten, in denen ich nicht damit umgehen konnte, wenn die Leute gesagt haben: «Mensch, du bist so gross gewachsen, hast so lange Beine, so eine tolle Figur, du solltest Model werden.» Ich habe nur gedacht: «Spinnen die?» Ich konnte mit so etwas nicht umgehen. Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein diesbezüglich wäre gut gewesen.
«Es gibt Tage, da lege ich den Hörer auf und heule ich.»
Ellen Ringier über das Fundraising

Und trotzdem sind Sie zu einer selbstbewussten, autarken jungen Frau erzogen worden. Als Sie nach Ihrer Heirat mit Michael Ringier nach Hamburg gingen, waren Sie allerdings erst einmal zum Nichtstun verdammt. 

Das war eine grosse Enttäuschung. Mir war vorher nicht bewusst, dass ich dort erst einmal keine Arbeitserlaubnis bekommen würde. Ich fing dann langsam an, unentgeltlich zu arbeiten. So habe ich beispielsweise einem Model geholfen, eine Taschenboutique zu eröffnen. So bin ich von Anfang an Teil der Hamburger Ge­­sellschaft geworden.

In Köln haben Sie dann eine Anstellung bei einer grossen Versicherung antreten können. Ein paar Jahre später ging es zurück in die Schweiz. Wie kam es zur Gründung der Stiftung Elternsein?

Da muss ich etwas ausholen. In den 1990er-Jahren hat die Firma Ringier die Stiftung Humanitas, in den 30er-Jahren von Michaels Grossvater ge­­gründet, wieder aufleben lassen, um notleidenden Menschen zu helfen. Da habe ich gesehen, wie es Fami­lien in Armut geht und wie diese in einen Kreislauf geraten, der sie immer weiter hinunterzieht. 

Und aus diesem Kreislauf kommt man nur ganz schwer wieder heraus ... 

... weil sich in diesem Land jeder nur um die eigenen Probleme kümmert. In anderen Kulturen ist das anders. Nie würde eine Mutter hierzulande sagen: «Mein Kind muss eine Klasse wiederholen.» Nie würde ein Vater zu der Lehrerin gehen und sagen: «Ich habe ein Alkoholpro­blem, ich weiss nicht, ob Sie es an den schulischen Leistungen meines Sohnes schon gemerkt haben.» Hier ist jeder für sich allein, und in der Erziehung wirkt sich das verheerend aus. 

Und aus diesem Grund haben Sie 2001 die Stiftung Elternsein gegründet?

In diesem Jahr bin ich 50 geworden und habe mich gefragt, was es in diesem Land wirklich braucht, um Familien zu helfen. Die Schweiz hat kein Familienministerium. Hier gilt es, eine grosse Lücke zu schliessen, was ich alleine natürlich niemals leisten kann, aber ich kann meinen Teil dazu beitragen. Und so brachten meine damalige Geschäftspartnerin Sabine Danuser und ich die erste Ausgabe von Fritz+Fränzi heraus. Mein gedrucktes Sozialprojekt. Es ging mir darum, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz und Erziehungsaufgabe zu unterstützen und in der Gesellschaft ein Verständnis dafür zu schaffen, was es heute heisst, Kinder zu erziehen. Mir schien es, dass es damals kein Bewusstsein für die wachsenden Anforderungen an Eltern, Lehrer und andere Erzieher gab – und immer noch nicht in genügendem Masse gibt.

Wie kam es zu dem Namen?

Ratgeber Elternsein konnte das Magazin nicht heissen. Da kommt die Freundin zu Besuch und sieht das Magazin auf dem Wohnzimmertisch liegen. «Was, du brauchst einen Ratgeber?» Das möchte keiner. Wir hatten schon an «Max und Moritz» ge­dacht. Aber es hätte ein Mädchenname dabei sein müssen. Also sind wir zu dem Werbefachmann Hermann Strittmatter gegangen und haben uns beraten lassen. «Ihr wollt mit dem Heft Eltern helfen, deren Kinder frech sind und Probleme machen?» fragte er. «Dann nennt es doch auch so: ‹Der Saugoof›.»

Der Saugoof? Das haben Sie doch nicht ernsthaft in Erwägung gezogen! 

Natürlich nicht! Wir haben dann zwei Namen genommen, die es heute nicht mehr gibt, die aber klingen wie Max und Moritz. So sind wir auf Fritz und Fränzi gekommen. Zwei richtig altmodische Namen. 

Sechs Mal pro Jahr ist Fritz+Fränzi anfangs erschienen.

Es war jedes Mal eine Zitterpartie, aber wir haben es immer hinbekommen, nie eine Ausgabe ausgelassen. Dabei hatten wir jahrelang noch nicht mal einen Verlagsleiter. Aber uns war von Beginn an klar, dass wir das Heft über Schulen verteilen lassen würden. Wir waren glücklich darüber, dass wir von Anfang an den LCH (Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer) und später auch noch den VSLCH (Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz) als Vertriebspartner gewinnen konnten. Und, das möchte ich betonen: Wir waren und sind völlig unabhängig vom Verlag Ringier wie auch vom Geld meines Mannes. 

Welche Summe Ihres eigenen Ver­mögens haben Sie denn in die Stiftung und in Fritz+Fränzi investiert? 

2,6 Millionen. Und 15 Jahre meiner Arbeitsleistung. Und das waren in den ersten Jahren 20 Stunden pro Tag. Ich habe damals alle Anzeigen selbst akquiriert.

Wie gehen Sie damit um, wenn jemand, der viel Geld hat, keinen Rappen für die gute Sache spenden will? 

Tja, nicht immer gleich gut. Es gibt Tage, da lege ich den Hörer auf und heule. Dann bin ich total niedergeschlagen, weil irgendein frecher Kerl am anderen Ende gesagt hat: «Nicht interessiert.» Keine Erklärung, kein höfliches Wort.

Sie kennen bestimmt viele vermögende Menschen persönlich sehr gut.

Ich fundraise grundsätzlich keine Freunde. Aber wenn keiner meiner eingeladenen Gäste zu meinem 60. Geburtstag auf die Idee kommt, mir etwas für die Stiftung zu spenden, obwohl ich keine Geschenke möchte, enttäuscht mich das schon. Dazu muss man aber sagen, dass ich schon zehn Jahre vorher angefangen habe, Geld für die unzähligen Stiftungen, in denen ich vertreten war und teilweise noch bin, zu sammeln. Ich habe Millionen zusammengetragen. Irgendwann haben die Leute gesagt: Jetzt kommt sie schon wieder. Das hat mich nicht gerade beliebter gemacht. 
«Sind Sie so penetrant?» 
«Ich würde es ausdauernd nennen.» 

Sind Sie so penetrant? 

Ich würde es ausdauernd nennen. Ich will niemanden zu seinem Glück zwingen, aber manchmal brauche ich noch ein Extrawort, damit man merkt, worum es mir eigentlich geht. 

Ihre Töchter sind heute 23 und 25 Jahre alt und selbst Mutter. Wie erleben Sie junge Eltern heute?

Meine Töchter sind sehr privilegiert. Grundsätzlich denke ich aber, dass die Ansprüche an Menschen um die 30 gestiegen sind. Der Wettbewerb ist viel grösser als zu meiner Zeit. Ausserdem sind die Kosten im Verhältnis zur Lohnsteigerung aus dem Ruder gelaufen. In den meisten Familien müssen beide arbeiten. Daher muss eine Kitasituation mit moderaten Preisen geschaffen werden, die eine Berufstätigkeit überhaupt rentabel macht. Das Gleiche gilt für die Ganztagsschulen und die nachschulische Betreuung. Das brauchen Eltern mehr denn je. Das andere ist die Gesundheitsfrage. Rund ein Drittel der Bevölkerung leidet unter Depressionen. Das betrifft auch Mütter, Väter und deren Kinder. Da kommt ein 15-jähriger Junge nach Hause, muss Hausaufgaben machen, aber die Mutter liegt noch im Bett, mit zugezogenen Vorhängen. Im Kühlschrank nur saure Milch. Statt Hausaufgaben machen zu können, muss er erst einmal den Haushalt schmeissen. 

Was können Sie konkret tun, wenn solch ein Fall an Sie herangetragen würde? 

Heute lehne ich eine beratende Funktion ab. Früher hätte ich der Mutter gesagt: «Seien sie offen mit Ihren Problemen, stehen Sie dazu. Gehen Sie zur Lehrerin Ihres Sohnes, gehen Sie zur Gemeinde. Gemeinden in der Schweiz haben mit ihren gut ausgebauten Sozialbehörden viele Möglichkeiten, einzugreifen.» 

Psychische Krankheiten, Drogen, Schulabbruch. Das Schweizer ElternMagazin Fritz+Fränzi greift viele dieser heiklen Themen auf. Zu welcher Ausgabe hätten Sie gegriffen, als Ihre Töchter noch jünger waren? Was hat Sie als Mutter umgetrieben? 

Der erste Filmbeitrag von Fabian Grolimund hat mir die Augen geöffnet. Das Thema hiess: «Mit Kindern lernen». Unter anderem ging es darum, dem Kind nicht beizubringen, dass Lernen etwas Anstrengendes ist, das müde macht. Bevor man Zeichen der Müdigkeit sieht, soll man das Kind abholen und sagen, dass es sich eine Pause verdient hat. Mein Gott, habe ich meine Kinder drangsaliert! Nichtsdestotrotz denke ich, dass ich mit meinen Töchtern in vielen Dingen hätte strenger sein müssen. 

Wie sind denn Ihre Töchter mit ihren eigenen Kindern? 

Sie sind wieder deutlich strenger, verlangen mehr, als wir verlangt haben. Aber gehen trotz dieser Er­­wachsenenautorität in einer gewissen Weise geschwisterlich mit ihren Kleinkindern um. Ich bin gespannt, wie sie diese Diskrepanz eines Tages zusammenbringen wollen. 

Wie sehen Sie denn Ihre Rolle als Grossmutter?

Ich möchte meine Enkel auf jeden Fall begleiten und meine Kinder unterstützen. Wenn sie mich lassen (lacht). Ich bedaure sehr, dass wir die Aktivitäten, die meine Eltern mit uns unternommen haben, nie mit unseren Kindern gemacht haben. Einfach mit einem Zelt los und an einem schönen Fleck essen und übernachten. So etwas nennt man Quality Time. Mein Mann und ich waren einfach zu beschäftigt und haben das anderen überlassen. 
Ellen Ringier nahe Ihres Büros am Zürisee.
Ellen Ringier nahe Ihres Büros am Zürisee.

Frau Ringier, wenn Sie auf die letzten Jahre zurückblicken. Worauf sind Sie stolz? Und was muss noch getan werden?

Ich kann nicht gut damit leben, dass die Schulen fast nur jedes zweite Exemplar von Fritz+Fränzi bekommen. Es macht mich wahnsinnig, dass so viel Know-how nicht da ankommt, wo es ankommen sollte. Für die Verdoppelung der eh schon riesigen Auflage von über 100.000 Exemplaren müsste ich viel mehr Sponsoren gewinnen. Aber ich bin stolz darauf, wo wir heute stehen. Das Magazin ist jetzt genau so, wie ich es mir immer vorgestellt habe. 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? 

Natürlich hoffe ich, dass es eines Tages in der Schweiz ein Familienministerium mit Kompetenz und genügend Geldmitteln geben wird. Es ärgert mich nämlich, dass die öffentliche Hand «mein Projekt» nicht unterstützen will und kann. Wenn ich bedenke, wie viele Mil­lionen Franken der Bund für mässig nutzbringende Anti-Raucher-Kampagnen ausgibt. Vielleicht müsste man in einem Interview mit dem Innenminister Alain Berset einmal nachfragen, warum der Bund die Förderung der Elternkompetenz nicht auf dem Radar hat. Zuvor müsste man Herrn Berset jedoch darauf aufmerksam machen, dass er eben auch Familienminister ist – er ist sich dessen vermutlich nicht einmal bewusst! (lacht)

Zur Person: Ellen Ringier

ist mit zwei Schwestern in Luzern am Vierwaldstättersee aufgewachsen. Ihr Vater war Kaufmann und Kunstsammler. 1976 heiratete sie den Verleger Michael Ringier. Das Paar lebte während sieben Jahren in Deutschland. 1980 schloss Ellen Ringier ihr Jurastudium mit dem Doktorexamen ab. Seit 1990 setzt sie sich ehrenamtlich für verschiedene kulturelle und soziale Organisationen und Aufgaben ein, im Jahr 2001 gründete sie die Stiftung Elternsein. Ellen und Michael Ringier sind Eltern zweier Töchter im Alter von 23 und 25 Jahren. Das Paar lebt in Küsnacht ZH.

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