«Meine Tochter sieht billig aus!»

Hmm. Wer hat Ihrer Tochter denn die High Heels und den Minirock gekauft? Bekommt sie so viel Sackgeld? Oder sah das Outfit in der Garderobe in ihren Augen weniger billig aus? Eltern haben bei den Kleidern mitzureden, zumindest solange sie sie finanzieren. Doch vergessen Sie nicht: Teenager brauchen die Freiheit, sich auszuprobieren, mit ihrer Weiblichkeit zu spielen. Das sieht für jede Elterngeneration zuweilen billig aus.

Sagen Sie Ihrer Tochter, was Sie von ihren Ausgeh-Klamotten halten. Kaufen Sie ihr Jeans, T-Shirt, Pulli, Jacke, gute Schuhe sowie Sportklamotten. Unternehmen Sie in Zukunft jeden zweiten Samstag etwas zusammen. Als Familie, mit oder auch ohne die Freundinnen. Bieten Sie zum billigen Aussehen ein neues Kontrastprogramm!

Sie könnten ihr ein Paar Louboutins, einen Minirock von Prada und einen dezenten Lippenstift von Dior schenken – und schon wird Ihr Töchterchen viel, viel teurer aussehen. Aber das ist vermutlich nicht das Gegenteil von dem, was sie mit «billig» meinen. Wenn Sie Ihrer Tochter mitteilen, dass sie in ihrem Outfit aussieht wie die 13-jährige Jodie Foster in «Taxi Driver», wird sie Sie vermutlich nur verständnislos anschauen. Erstens weil sie nicht weiss, wer Jodie Foster ist und was das mit Taxifahren zu tun hat; zweitens weil solche pubertäre Hypersexualisierung nur funktioniert, solange die Pubertierenden nicht wissen, was sie tun. Sparen Sie sich also Grundsatzdebatten und machen Sie allenfalls einen brauchbaren Vorschlag zu einem etwas weniger billigen Styling.

