Was ist mit Mama los? 

Yvonne B. leidet an schweren Depressionen. Ihre Kinder Niklas, Lena und Emilia leiden mit, jedes auf seine Weise. Eine Geschichte über Kinder von psychisch kranken Eltern, was die Krankheit mit ihnen macht und warum es so wichtig ist, sie stärker in die Therapie der Eltern miteinzubeziehen. 
Niklas sagt: «Wenn Mama in die Klinik muss, geben wir ihr etwas mit. Ich einen Teddybär.» – «Und ich ein Elefantenetui», sagt Lena. Und Emilia, die Kleinste? «Eine dreckige Socke. Damit mich Mama nicht vergisst.» Niklas, Lena und Emilia haben eine psychisch kranke Mutter. Sie sind nicht alleine. Laut einer Studie der Integrierten Psychiatrie Winterthur leben in der Schweiz 20 000 bis 50 000 schulpflichtige Kinder mit einem psychisch kranken Elternteil. 300 000 dürften es sein, wenn jene Eltern mitgezählt werden, die ihr Leiden verschweigen oder gar nicht wissen, dass sie krank sind. Von den ersten Symptomen bis zu einer allfälligen Diagnose kann es zehn Jahre dauern. Doch wie erklärt man Kindern, warum die Mutter oder der Vater fortgeht? Und: Wer kümmert sich um sie? Was gesunde Eltern fordert, kann kranke überfordern. Das weiss Yvonne B., die Mutter der drei Geschwister. Die 43-Jährige aus dem Kanton Bern kämpfte zwei Jahre lang gegen schwerste Depressionen. Antidepressiva, 14 Elektrokrampftherapien unter Vollnarkose und 30 Wochen Klinikaufenthalt brachten keine Linderung. Anzeichen von Lebensfreude zeigten sich erst, als das Narkosemittel Ketamin eingesetzt wurde. «Das hilft auch gegen Schmerzen, wenn jemand nach einem Unfall eingeklemmt im Auto sitzt», sagt Yvonne B. 
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