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Finanzkompetent in die Zukunft

«Wer spart, der hat!» An diese Volksweisheit zum Thema Geld hält sich eine grosse Mehrheit der Erwachsenen. Doch wie sieht das bei Jugendlichen aus? 
Text: Lena Gugenberger
Wie können Eltern ihre Kinder dabei unterstützen, beim Geldausgeben nicht nur an heute, sondern auch an morgen und übermorgen zu denken?
 
Die meisten Kinder scheinen sich der grossen Bedeutung des Sparens früh bewusst zu sein: Eine repräsentative Studie zeigt, dass 80 Prozent der 5- bis 14-Jährigen in der Schweiz zumindest einen Teil ihres Taschengelds zur Seite legen. Eltern können diese Anstrengungen unterstützen, indem sie gemeinsam mit den Kindern konkrete Sparziele definieren. Hat sich ein Wunsch erst einmal konkretisiert, sind die folgenden Überlegungen anzustellen:

  • Wie viel Geld ist für die Erfüllung nötig?
  • Welcher Sparbetrag kann pro Woche/Monat geleistet werden?
  • Wie viel Zeit wird für das Erreichen des Sparziels benötigt?

Einfacher zum Sparziel

Ganz egal, ob eine kleine oder eine grössere Investition ansteht – mit diesen Strategien lässt sich jedes Sparziel einfacher erreichen.

  • Sparbetrag gleich zu Beginn der Woche/des Monats zur Seite legen: So wird vermieden, dass am Ende nichts mehr zum Sparen übrigbleibt. 

  • Zusätzlicher Motivationsschub: Hat das Kind einen vereinbarten Anteil gespart, übernehmen die Eltern den Rest. 

  • Klare Trennung des Sparbeitrags vom Rest des Taschengelds (Lagerung der Barbeträge an unterschiedlichen Orten; Einrichtung eines separaten Sparkontos): So kann sichergestellt werden, dass das Ersparte nicht unabsichtlich ausgegeben wird.

Gewappnet für die Zukunft

Mit dem Sparen eng verwoben ist ein weiteres Konzept des guten Umgangs mit Geld: der Notbatzen. Dabei handelt es sich um einen ständig verfügbaren Geldbetrag, der für Notfälle und Unvorhergesehenes reserviert ist. Bei Erwachsenen geht es hier beispielsweise um unerwartete Krankheitskosten oder den Ersatz eines teuren Geräts. Bei Kindern und Jugendlichen kann bereits ein verlorenes Smartphone oder ein kaputtes Velo ein grosses Loch in die Finanzen reissen. 

Als Schutz vor finanziellen Rückschlägen gehört der Notbatzen zu den elementaren Bausteinen eines verantwortungsvollen Geldverhaltens. Bei älteren Kindern und Jugendlichen sollte ausserdem ein Bewusstsein für die langfristige Vorsorge entwickelt werden – auch wenn die Rente noch weit weg ist. Eine Annäherung an dieses Thema bietet etwa die Lebenssituation der Grosseltern oder die Reflexion über eigene Zukunftsvorstellungen. Weitere Aspekte sind etwa die aktuelle Zinslage und deren Auswirkungen auf die Ersparnisse. Eine gemeinsame Recherche zu sinnvollen Formen der Geldanlage kann auch den Eltern neue Erkenntnisse vermitteln.

Mit Geduld und Disziplin zum Erfolg

Mit bewusst gesetzten Sparzielen lernen Kinder und Jugendliche, dass die Diskrepanz zwischen verfügbarem Geld und den eigenen Wünschen keineswegs unüberwindbar ist: Mit Geduld, der Einteilung von Ressourcen und dem Setzen von Prioritäten lassen sich selbst teure Anschaffungen realisieren. So erleben sich jungen Sparende als selbständige Akteure und Entscheider. Wenn sie ausserdem die Bedeutung eines kurzfristig verfügbaren Notbatzens und einer langfristigen Vorsorge wahrnehmen, sind sie gut gerüstet, um finanzkompetent in die Zukunft zu schreiten.

Brauchen oder wollen?

Diese Frage hilft Kindern und Jugendlichen, Prioritäten zu setzen und Sparpotentiale zu entdecken. Auch hier bietet eine Familien-Challenge einen spielerischen Zugang:

  • Alle nehmen ein Blatt Papier und falten es hochkant.
  • Auf der einen Seite werden alle Ausgaben für notwendige Alltagsprodukte aufgelistet (Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel usw.).
  • Auf der anderen Seite ist Platz für alles, was man sich wünscht – aber nicht unbedingt braucht (Magazine, Kinotickets, Genussmittel usw.).
  • Die Familie bespricht gemeinsam, was weshalb auf welcher Seite steht. So lernen alle, künftig bei jeder Ausgabe zu fragen: Brauche ich das – oder will ich das?

Zur Autorin:

Lena Gugenberger ist Pädagogin und Expertin für die Vermittlung von Finanzkompetenz bei Three Coins

Der Verband Schweizerischer Kantonalbanken 

Die Kantonalbanken engagieren sich zugunsten der finanziellen Allgemeinbildung. Schwerpunkt ist FinanceMission, eine gemeinsame Initiative von Kantonalbanken und Lehrerverbänden, zur Förderung der Finanzkompetenz an Schweizer Schulen. Die Bankengruppe leistet so einen Beitrag gegen die Jugendverschuldung und übernimmt aktiv soziale Verantwortung. 

Weitere Informationen finden Sie unter www.kantonalbank.ch/finanzen-im-griff

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